Privet Wladiwostok – Hallo Wladiwostok

Zolotoy Brücke Wladiwostok
Flagge Russland

Flagge Russland

Wladiwostok. Endlich in der Stadt angekommen, in der mein Landcruiser im Hafen wohl schon einige Tage auf mich wartete. Die Einreise verlief völlig unkompliziert, das notwendige Visum hatte ich bereits in Deutschland besorgt.

Flugroute Seoul - Wladiwostok

Flugroute Seoul – Wladiwostok

Der Flug hatte zweieinhalb Stunden gedauert. Eigentlich beträgt die Entfernung Seoul – Wladiwostok nur 800km. Aber der Flieger musste einen weiten Bogen um Nordkorea machen und zweieinhalb Stunden über China fliegen. Warum sind die eigentlich nicht östlich übers Meer geflogen? Das sieht doch kürzer aus.

Probleme mit der SIM-Karte

In der Ankunftshalle begannen dann die Probleme – durch meine eigene Schuld. An einem Stand wurden russische SIM Karten verkauft. Ich erwarb eine und legte sie ein. Und damit mein Handy lahm. Denn ich hatte das Passwort für mein Securityprogramm vergessen. Dies verhinderte immer dann einen Handystart, wenn die SIM Karte gewechselt wurde. Zwei Stunden probierte ich es, und die freundliche Verkäuferin versuchte auch, mir zu helfen. Aber nichts ging mehr. Daher musste ich im Hotel als allererstes per Laptop einen Chat mit dem Softwarehersteller führen und um Hilfe bitten. Nach zwei Stunden mit endlosen Fragen zu meiner Identität seitens der Softwarefirma war das Handy endlich wieder entsperrt.

Die Funktion ‚Handysperre bei SIM-Karten-Wechsel‘ habe ich danach sofort abgeschaltet, damit mir das nicht nochmal passiert. Denn es kamen auf der Reise ja noch viele neue SIM-Karten…

Wladiwostok. Eine hübsche Hafenstadt, aber Anfang Juni noch ziemlich kalt

Preisliste Café

Die Überschrift heißt Kaffee…

Viel Zeit zum Sightseeing hatte ich nicht weil ich mich um die Formalitäten des Autos kümmern musste.

Kontakt zum Zollagenten, der Baikal Group,  Abgabe notwendiger Unterlagen, Besorgung diverser Stempel, Unterschriften und Bezahlung.

Bei allem haben mich Evgeniy und Egor sehr unterstützt. Denn ich kann nicht einmal eine russische Speisekarte lesen. Geschweige denn Behördenformulare.

 

Bahnhof und Fähranleger
Bahnhof der Transsibirischen Eisenbahn Wladiwostok

Bahnhof der Transsibirischen Eisenbahn

Denkmal der Transsib

Alte Lok der Transsib

Entweder frühmorgens oder zwischen den verschiedenen Terminen, zu denen mich die Mitarbeiter abgeholt haben, bin ich aber auch immer mal wieder in die Stadt gegangen. Zuerst habe ich mir dabei den legendären Bahnhof angeschaut. Die Endstation der transsibirischen Eisenbahn von Moskau.

Fährterminal Wladiwostok

Fährterminal für die Verbindungen nach Japan und Korea

Direkt daneben liegt die Pier für die Fähren nach Japan und Korea. Vom Bahnhof aus kann man zu Fuß rüber laufen. Mein Sohn hatte mir noch vorgeschlagen, den Wagen von Brisbane nur nach Japan zu verschiffen und dann in Tokio bei der Toyota Zentrale vorbeizufahren 😉 Und von da aus mit der Fähre zu fahren. Na gut, kann man machen, muss man aber nicht…

Alte und neue Gebäude in der Innenstadt
Fußgängerzone in Wladiwostok

Fußgängerzone in Wladiwostok

Obwohl viel neu gebaut wurde, sind in Wladiwostok aber auch noch etliche ältere Gebäude erhalten.

 

Denkmal für die sowjetischen Kämpfer in Fernost Wladiwostok

Denkmal für die sowjetischen Kämpfer in Fernost

 

Und daneben gibt es auch noch Gebäude und Plätze aus der Zeit der Sowjetunion. In der Zeit von 1958 bis 1991 war die Stadt für Ausländer gesperrt, da sie der Marinestützpunkt der sowjetischen Pazifikflotte war.

Brücken in Wladiwostok

Mindestens zwei moderne Brücken verbinden verschiedene Stadtteile in Wladiwostok über die Buchten des Japanischen Meers, die Zolotoy und die Russki Brücke.

Zolotoy Brücke

Zolotoy Brücke

Ein architektonisches Highlight ist die Russki-Brücke (Golden Bridge), die sich mit ihren schrägen Seilen elegant zwischen Stadt und der Insel Russki spannt. Sie ist insgesamt 3.100m lang und besitzt mit 1.104m die weltweit größte Stützweite.

Abgesehen davon, dass ich mich um den Wagen kümmern musste waren auch wegen des Wetters keine größeren Touren zu Fuß möglich. Es war regnerisch und mit 14 Grad ziemlich frisch. Man erklärte mir, dass der Sommer hier erst sehr spät einsetzt, so im August. Und recht kurz ist. Dafür wird es im Winter schon mal bis -25 Grad kalt. Und für Autofahrer ist der ständig feuchte Wind vom Meer her besonders unangenehm.

Der Landcruiser ist gut angekommen

Der Container wird vom LKW geladen…

Am 07. Juni 2018 ist es endlich soweit. Gegen Mittag muss ich die Kosten und Auslagen der Zollagentur in deren Büro bar bezahlen. Das Geld hatte ich morgens mit meiner Kreditkarte bei einer Bank besorgt.

Nachmittags werde ich dann zu einem Platz außerhalb des Hafens gebracht, wo der Container mit dem Landcruiser auf einem LKW schon wartet. Er wird abgeladen, das Siegel in meinem Beisein entfernt und der Container geöffnet. Alles in Ordnung, wie schön! Der Wagen hat keinen Kratzer abbekommen. Und er riecht noch nach Australien.

Nur einen Tag brauchte die Baikal Group, um das Auto aus dem Zollgelände im Hafen herauszuholen. Mit allen Formalitäten. Klasse Leistung! Für so eine Aktion würde ich immer wieder die Unterstützung eines Zollagenten anfragen. Und das nicht selbst versuchen.

…ausgepackt … und…

…Ready to start!

Schnell wird er von den freundlichen Mitarbeitern aus seinem Container befreit. Die Batterien werden wieder angeklemmt, und er springt beim ersten Starten an. Hatte die Verladung in den Container noch rund zweieinhalb Stunden gedauert ist das Entladen eine Sache von 15 Minuten.

Volltanken bitte!

Tankstelle

Volltanken bitte…

Egor lotst mich noch zu einer Tankstelle und später dann zum Hotel. Auf der Tankstelle erklärt er mir das Prozedere bei den Selbstbedienungstankstellen in Russland. Man steckt den Zapfhahn in den Tank, fixiert die Sperre, damit der Sprit fließen kann und geht dann erst zum Tankstellenpersonal um ein Deposit in Höhe des zu erwartenden Betrags zu hinterlegen. Kommt man zum Wagen zurück fließt der Sprit schon. Und nach dem Tanken wird im Verkaufsraum dann endgültig abgerechnet. Entweder man bekommt noch etwas Geld zurück oder man muss nachzahlen. An diesen doppelten Besuch des Verkaufsraums musste ich mich erst mal gewöhnen.

Russisches Zeichen für Diesel

Und er zeigte mir auch das russische Zeichen für Diesel. Das war gut so, denn bis Bulgarien habe ich diese Info genutzt.

Am Abend lud die Baikal Group dann noch alle Beteiligten zu einem typisch russischen Essen mit lokalen Spezialitäten ein. Es wurde viel gegessen, getrunken, über Russland und Deutschland erzählt und gelacht. Ein toller Abschluss dieses Tages!

Wo bekomme ich eine Autoversicherung in Wladiwostok?

Kirche in Wladiwostok

Kirche in Wladiwostok, die wir unterwegs sehen

Am folgenden Tag machte Egor noch eine Versicherung ausfindig, die bereit war, mein Auto zu versichern. Und er begleitete mich auch zum Versicherungsbüro. Das erwies sich als unglaublich hilfreich. Denn das russische Computerprogramm wollte meinen deutschen Pass absolut nicht akzeptieren. Es verlangte einen russischen Ausweis. Und so sprang Egor als Versicherungsnehmer ein. Danke Egor 🙌 Ohne dich hätte ich diese Hürde nicht so schnell genommen!

Das Versicherungsbüro war in einer Bank untergebracht. Vielleicht gehört es auch dazu. Jedenfalls erschienen nacheinander noch der Leiter der Zweigstelle und der Regionalleiter. Einen Deutschen, der bei ihnen in Wladiwostok ein australisches Auto versicherte, wollten sie sich nicht entgehen lassen.

Zwar konnte ich die Versicherung leider nur für einen Mindestzeitraum von 3 Monaten abschließen, aber vielleicht kann ich sie ja in Kasachstan oder Kirgisistan noch gebrauchen. Beides waren ja immerhin auch mal Sowjetrepubliken. Aber das wird sich später zeigen.

Versicherungsschein

Mein russisches Versicherungsdokument für den Landcruiser

Gegen Abend, nach vier Stunden, war endlich alles erledigt. Egor wurde zwar bereits nach zwei Stunden von seinem Chef zurück zur Arbeit beordert. Aber er weigerte sich beharrlich und blieb so lange, bis alle Dokumente ausgedruckt und gestempelt waren.

Nun habe ich also ein Auto mit australischer Zulassung, einem deutschen Fahrer/Besitzer und einem russischen Versicherungsnehmer…

Alle Papiere liegen vor und der Wagen ist vollgetankt. Die 170 Liter Diesel sollten mindestens für die ersten 1.300 km durch Sibirien reichen. Egal, auf welchen Straßen. Meine weite Fahrt nach Hause kann morgen früh beginnen.

 

Cheers, Rüdiger 😎

5 Kommentare zu “Privet Wladiwostok – Hallo Wladiwostok

  1. Bisher war es schon spannend, aber jetzt beginnt die große Fahrt!
    Bin gespannt auf alle weiteren, ausführlichen Berichte.

  2. Hi Rüdiger, obwohl Dein Video schon kenne, lese ich hier wieder gerne mit :-))))

  3. Hallo Rüdiger, da kriegt man so richtig Reiselust und trotz der vielen Bürokratie schaffst du es immer wieder die Dinge positiv zu drehen. Richtig toll und super geschrieben! Liebe Grüße Hannsfriedrich

    • Das meiste an Bürokratie hat mir wohl die Baikal Group abgenommen. Aber in fast allen Staaten liebt man Stempel. Oft 4, wo es auch einer tun würde 😅

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