Servus Austria – Hallo Österreich

Österreich. Nachbarstaat von Deutschland. Das letzte Land auf meinem Roadtrip von Australien nach Hause.

Flagge Österreich

Flagge Österreich

Von der slowakischen Grenze ging es erst mal 70km nach Wien. Von dort aus weiter westlich nach Salzburg und Innsbruck. Und schließlich zwischen Scharnitz (Österreich) und Mittenwald (Deutschland) zur deutschen Grenze.

Österreich. Eines der Lieblingsurlaubsländer der Deutschen. Die meisten von euch werden schon mal dort gewesen sein. Im Sommer zum Bergsteigen oder Wandern. Und im Winter zum Skilaufen. Oder zu einer Städtetour in Wien – das ganze Jahr über. Darum will ich hier auch nicht zu detailliert über Österreich berichten. Sondern mich auf das beschränken, was ich dort erlebt habe und toll fand.

Meine Route durch Österreich

650km durch Österreich. Von Wien nach Salzburg und von dort am Nordrand der Alpen weiter nach Innsbruck

Am Morgen hatte ich mir noch in Bratislava die Strecke zum Hotel in Wien auf Google Maps heruntergeladen. Damit ich den Weg durch die Stadt leicht finde.

Denn in Wien hatte ich ein Hotel mitten in der City. Eigentlich wäre ich lieber am Stadtrand geblieben. Doch dann hätte ich jedes Mal erst öffentliche Verkehrsmittel für den Weg in die Stadt nehmen müssen. Also hatte ich mich auf die Hotelangabe verlassen, dass es dort Parkplätze gibt. Die waren auch da. Allerdings leider nur in einer Tiefgarage mit einer Höhe von 2.30m. Zu niedrig für den Landcruiser.

Ich fragte also beim Check-in nach einer Parkmöglichkeit. Die freundlichen Damen gaben mir den Tip, auf einem Park- und Ride Parkplatz an der S-Bahn zu parken. Das klappte auch. Allerdings hatte es einen Nachteil. Der Parkplatz war fünf Kilometer vom Hotel entfernt. So ganz wohl war mir nicht dabei, den vollgepackten Landcruiser an einem Bahnhof allein zu lassen. Aber Wien ist eine sehr sichere Stadt sagte man mir. Und tatsächlich, vier Tage später habe ich ihn dann heil wieder abgeholt.

Wien – Hauptstadt von Österreich

Hausfassade in Wien, Österreich

Viele Hausfassaden in Wien sind einfach schön

Ein Mal bin ich schon früher hier gewesen. Vor 47 Jahren – im Frühjahr 1971. Auf einer Klassenfahrt. Damals wurde gerade die U-Bahn gebaut.

Na ja, die ist heute fertig und funktioniert perfekt! Und drei volle Tage hatte ich nun Zeit mir das anzuschauen, was mich interessierte. Denn damals mussten wir in Kleingruppen auch noch irgendwelche stadtbezogenen Projekte bearbeiten 😉

Stephansdom
Stephansdom Wien, Österreich

Der Stephansdom sieht auch…

Mitten in der Innenstadt steht das Wahrzeichen Wiens. Die „Dom- und Metropolitankirche zu St. Stephan und allen Heiligen“.

Kurz Stephansdom genannt, oder – noch kürzer – Steffl. Bereits im 12. Jahrhundert stand dort die erste Kirche.

Stephansdom Wien, Österreich

…abends schick aus

Der Turm in seiner jetzigen Form wurde erst nach 74 Jahren Bauzeit 1433 fertiggestellt. Auch seitdem hat man außen und innen am Stephansdom immer wieder Veränderungen vorgenommen. Ganz interessant: In Österreich-Ungarn durfte keine Kirche höher als der Turm des Stephansdoms sein.

Den Dom zu fotografieren ist gar nicht so einfach. Eben weil er mitten in der Stadt steht. Und andere Gebäude eng drum herum.

Am liebsten hätte ich für ein Foto meine Drohne gestartet. Aber das ist ja nun mal in der Innenstadt völlig unmöglich.

Hofburg
Hofburg Wien, Österreich

Der Trakt der „Neuen Burg“ wurde erst 1869 – 1919 angebaut. Man brauchte mehr Platz und a bisserl repräsentativ solls schon auch sein

18 Trakte, 19 Höfe und 2.600 Räume. Knapp 700 Jahre lang regierten von der Stadtresidenz Könige und Kaiser aus dem Hause Habsburg. Und eine Frau. Maria Theresia. Anfangs war es eine kleine Burg. Aber jeder Herrscher erweiterte sie mit neuen Trakten und Anbauten. Bis sie sich schließlich über eine Fläche von insgesamt 240.000 m² erstreckte. Und der größte (nicht religiöse) Gebäudekomplex in Europa ist.

Hofburg Wien, Österreich

Am Reichskanzleitrakt machte Kaiser Karl VI. schon außen klar, wer hier das Sagen hat

Allein in der Hofburg kann man sich bestimmt länger als einen Tag aufhalten. Und dort die Festsäle und Salons der Kaiser besichtigen. Und die Zeremoniensäle und Kaiserappartements.

Oder die Kunstsammlungen und Museen.

Aber auch die Silberkammer und die Nationalbibliothek von Österreich, das Sissi Museum und die Spanische Hofreitschule.

Hofburg Wien, Österreich

Der Michaelertrakt am gleichnamigen Platz

Gleichzeitig lassen sich auch die verschiedenen Baustile aus der Zeit der Gotik, der Renaissance, des Barocks und der Zeit des 19. und 20. Jahrhunderts erkunden.

Kein Wunder, dass die Habsburger unter chronischem Geldmangel litten.

Na ja, nicht anders als auch heute viele Staaten…

Hofburg Wien, Österreich

Und seine gewaltige Kuppel überm Eingangstor

Spanische Hofreitschule Wien, Österreich

Porzellanfiguren im Shop der Spanischen Hofreitschule

Für die Besichtigungen hatte ich aber nicht die Zeit. Und so bin ich nur mal durch die verschiedenen Trakte und Höfe durchgelaufen. Die sind mit Toren untereinander verbunden.

Burgtheater und Rathaus

Nach dem längeren Aufenthalt an der Hofburg ging es erst mal am Burgtheater vorbei. Das ist die wichtigste Schauspielbühne in Österreich und mit fast 1.200 Plätzen eines der größten Theater in Europa. 1888 wurde das heutige Gebäude eröffnet.

Burgtheater Wien, Österreich

Eins der wichtigsten Theater in der Welt: Das Wiener Burgtheater

Und es gehört noch heute zu den bekanntesten und wichtigsten Theatern für deutschsprachige Stücke.

Übrigens auch für die Schauspieler. Wer hier auftreten darf und dann zum Theaterensemble gehört, der hat es geschafft. Und er macht auch im Film oder im Fernsehen Karriere. Wie zum Beispiel Klaus Maria Brandauer, Christiane Hörbiger, Ulrich Mühe oder Peter Simonischek.

Gegenüber dem Burgtheater, auf der anderen Seite der Ringstraße, steht das Rathaus. So ein bisschen sieht es aus, wie das Rathaus in Brüssel. Das Rathaus wurde wie viele Gebäude an der Ringstraße auch gegen Ende des 19. Jahrhunderts gebaut. Mit 1.575 Räumen und 2.035 Fenstern.

Rathaus Wien, Österreich

Und gleich gegenüber der Rathausplatz und das Rathaus. Hier wurde grade der Weihnachtsmarkt eröffnet

Der Festsaal im 1. Stock ist 71m lang und 20m breit. Hier könnten gleichzeitig 1.500 Paare Wiener Walzer tanzen, wie die Stadtverwaltung stolz vermerkt. Ist aber leider feuerpolizeilich nicht erlaubt 😅

Auf dem Rathausplatz davor hatte gerade der „Wiener Adventszauber“ (Weihnachtsmarkt) begonnen.

Daher hab‘ ich auch nur den oberen Teil des Rathauses auf das Foto bekommen. Der Rest war von den Buden verdeckt. Aber immerhin gab’s hier Wiener Würstchen zum Lunch. Aber die heißen in Wien „Frankfurter“…

Ankeruhr

Quer durch die Altstadt ging’s dann zurück. Bis zur Ankeruhr.

Ankeruhr Wien, Österreich

11:40 Uhr. Ihre Majestät Kaiserin Maria Theresia und ihr Gatte Kaiser Franz I. geben sich die Ehre

Nein, die hat nichts mit der Donau zu tun. Und auch nicht mit der  Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft. Sondern mit einer Versicherung. Die Versicherungsgesellschaft „Der Anker“ hatte 1911 die Idee, an ihrem neuen Firmensitz eine große öffentliche Uhr anzubringen.

An einer Brücke zwischen zwei Gebäuden. Drei Jahre hat die Realisierung gedauert.

Seitdem zeigt die Uhr 12 Figuren aus der Geschichte Wiens,  jede Stunde eine andere. Um 12 Uhr mittags zeigt sie alle Figuren nacheinander. Eine hübsche Idee, finde ich.

Dinner bei Figlmüller
Figlmüller Wien, Österreich

Mal gucken, ob ich hier noch einen Platz kriege…

Eine ehemalige Kollegin meinte, in Wien müsste ich unbedingt ein Wiener Schnitzel essen. Im besten Schnitzel-Restaurant in Wien.

Das passte wunderbar, denn das Restaurant war gleich in der Nähe der Ankeruhr.

Und von dem Wiener – pardon Frankfurter – Würstchen am Mittag war ich auch nicht satt.

Wiener Schnitzel

Klappt!!

Weil es in Wien nun mal keine Kängurus gab fiel damit auch ein leckeres Kängurusteak aus. Die hatte ich in Australien so gerne gegessen…

Bei Figlmüller war es schon am späteren Nachmittag voll.

Ich denke am Abend bekommt man dort wohl nur einen Platz, wenn man vorher einen Tisch reserviert hat.

Kängurusteaks gab’s leider nicht. Wie schade!

Doch ich hatte Glück und musste nur eine halbe Stunde warten.

Und der Tip der Kollegin war exzellent! Ich habe selten ein besseres Schnitzel gegessen.

Über den Preis in der Wiener Innenstadt will ich an dieser Stelle mal lieber schweigen.

 

Beim Demel nur ein Blick ins Schaufenster
Schaufenster Konditorei Demel Wien

Zum Anschneiden wäre die Torte wäre wohl viel zu schade

Nach dem Schnitzel war ich satt. Und selbst wenn der K.u.K. Hofzuckerbäcker Demel noch aufgehabt hätte: Ich hätte hier heute nichts mehr essen können. So blieb nur ein Blick ins Schaufenster auf dem Rückweg zum Hotel.

1786 gegründet wird die Konditorei bald offizieller Hoflieferant. Kaiser Franz Joseph I. und seine Sissi lassen sich süße Köstlichkeiten in die Hofburg liefern.

Aber der Laden war auch ein Naschkatzen-Palast fürs Bürgertum.

Und das ist bis heute so geblieben. Denn merke: Ein typisches Wiener Café ist das erweiterte Wohnzimmer der Wiener.

Entdeckungen in der Umgebung

Für den nächsten Tag hatte ich noch geplant, einige Highlights außerhalb der City zu besuchen.

Das musste ich aber mit S- und U-Bahn machen.

Eigentlich waren es nur zwei: Das Schloss Schönbrunn und das Riesenrad im Wiener Prater. Schließlich wurden es dann aber drei. Dazu kam nämlich noch ein Besuch auf dem Wiener Zentralfriedhof.

Schloss Schönbrunn
Schloss Schönbrunn Wien, Österreich

Würdest du da auch wohnen wollen?

Mit der U-Bahn ging es am nächsten Morgen also zum Schloss Schönbrunn. Das liegt ca. 7km westlich der Innenstadt und der Hofburg.

Und obwohl ich mich recht früh auf den Weg gemacht hatte, waren die Japaner schon da als ich ankam. Wie ein paar Wochen zuvor in Griechenland bei den Meteora Klöstern

Schloss Schönbrunn Wien, Österreich

Ein wunderschöner Blick von der Gloriette auf Schönbrunn und Wien

Das erste Jagdschloss ließ hier schon 1570 der Erzherzog von Österreich bauen.

100 Jahre später musste dann ein repräsentativer Neubau her.

Am besten noch prächtiger als das Schloss Versailles bei Paris. Doch dazu fehlte das Geld. Also musste es eine Nummer kleiner sein.

Neptun Brunnen Schloss Schönbrunn Wien, Österreich

Im Neptun Brunnen kann man nicht baden. Auch nicht, wenn’s wärmer ist

Mitte des 18. Jahrhunderts bekam es dann seine heutige Form als Sommerresidenz der Kaiserin Maria Theresia.

Und ihrer Nachfolger.

Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs war es kultureller und politischer Mittelpunkt der Habsburger Monarchie.

Gloriette Schönbrunn Palace Vienna, Austria

Bis zur Gloriette am anderen Ende des Parks muss man ganz schön lange laufen

Schloss Schönbrunn hat 1.441 Zimmer und Säle, genug zur Repräsentation und Unterkunft der der Kaiserfamilie und des Hofstaates.

Heute ist es zum größten Teil Museum und gibt einen Einblick in damalige Welt der Reichen und Schönen.

Aber wer mag, kann seit 2014 in einem kleinen Teil des Schlosses eine 167m² große Suite mieten und mal selbst wie ein Kaiser wohnen.

Gewächshäuser Schloss Schönbrunn Wien, Österreich

Für den Park brauchten die Kaiser ganz schön große Gewächshäuser

Die Kosten? Nur 1.500 – 2.000 Euro pro Nacht. Das sollte einem dieser Spaß doch wert sein, oder?

Zumal man sich die Kosten ja auch teilen kann. Bis zu vier Personen können für den Preis hier übernachten. Mit Blick auf den Garten.

 

Prater

Von Schönbrunn einmal quer mit der U-Bahn durch Wien und ich war am Prater. Der liegt östlich der Innenstadt an der Donau. Und war früher kaiserliches Jagdgebiet. Erst 1766 wurde er für die Bevölkerung als Erholungsgebiet freigegeben.

Riesenrad im Prater Wien, Österreich

Ich mag ja Riesenräder eigentlich nicht. Aber dies hat geschlossene Kabinen

Auch heute ist der größte Teil noch eine Auen- und Parklandschaft mit vielen Sportanlagen und Liegewiesen. Da bin ich von der U-Bahn Station auf einer Allee einmal quer durchgelaufen.

Bis zur Nordspitze und seinen Vergnügungspark, dem Wurstlprater. Am bekanntesten ist hier das Riesenrad. Auch ein Wahrzeichen von Wien.

Wenn man in Wien vom Prater spricht, meint man meistens nur diesen kleinen Teil des Rummelplatzes. Der Name Prater soll sich übrigens vom lateinischen Wort „pratum“ (italienisch: prato, spanisch: prado) ableiten. Das bedeutet Wiese oder Aue.

Zentralfriedhof

Im Riesenrad auf dem Prater lernte ich eine deutsche Wochenendtouristin kennen. Und die wollte anschließend noch ins Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof. Das fand ich ja auch ganz spannend und so habe ich mich ihr angeschlossen.

Zentralfriedhof Wien, Österreich

Eine friedliche Stimmung an diesem Samstagnachmittag auf dem Zentralfriedhof

Erst mal brauchten wir 40 Minuten mit der U-Bahn dorthin. Und dann war das Museum leider genau an dem Tag geschlossen (Samstags Ruhetag). Also haben wir uns nur mal ein bisschen auf dem Friedhof umgesehen. Aber ohne Lageplan war es schwierig, Gräber bekannter Persönlichkeiten zu finden. Von Beethoven, Udo Jürgens oder Franz Schubert zum Beispiel.

Denn mit rund 330.000 Grabstellen gehört der Wiener Zentralfriedhof zu den größten Friedhöfen in Europa. Aber nach dem Trubel im Prater war auch der Spaziergang durch die Anlage ganz erholsam.

Letzter Tag in der Hauptstadt von Österreich

Zwei Sehenswürdigkeiten hatte ich mir am letzten Tag vorgenommen. Das Schloss Belvedere und das Hundertwasserhaus. Und am Abend noch einen Musicalbesuch.

Schloss Belvedere
Schloss Belvedere Wien, Österreich

Dafür, dass Prinz Eugen mittellos nach Wien kam, hat er sich hier ganz schön was aufgebaut

Erst dachte ich ja, auch dieses Schloss etwas außerhalb der Innenstadt hätten die Habsburger gebaut. Haben sie aber nicht.

Es war die Sommerresidenz des Prinzen Eugen von Savoyen.

Der kam nach Österreich weil er in Frankreich nicht den passenden Job fand. Er sollte eine geistliche Laufbahn einschlagen, wollte aber lieber Karriere beim Militär machen.

Na ja, das hat er dann ja auch. In den Kriegen gegen die Türken.

Im Garten von Schloss Belvedere Wien, Österreich

Und für eine wunderschöne Parkanlage hat es auch noch gereicht

Und wurde für seine Erfolge von den Habsburgern fürstlich entlohnt. Mit Geld und Ländereien. Und noch ein paar zusätzlichen Jobs, zum Beispiel Hofkriegsratspräsident und Diplomat.

So konnte er sich diese prachtvolle barocke Schlossanlage leisten.

Eigentlich besteht die aus zwei Schlössern, dem Oberen und dem Unteren Belvedere.

Auf dem Weg zum Belvedere bin ich hier vorbeigekommen. Soll ich hier freiwillig durchgehen? Oder läßt man mich hier freiwillig durchgehen?

Das Obere Belvedere liegt etwas höher an einem Hügel und diente zur Repräsentation. Im Unteren Belvedere wohnte Prinz Eugen. Dazwischen gibt es einen wunderschönen großen Garten. Mit Teichen, Brunnen und einer Wasserkaskade.

Heute kann man sich in den Schlössern Kunstausstellungen ansehen, vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Zum Beispiel von Egon Schiele, Oskar Kokoschka und Gustav Klimt.

Und wer mag, kann im Belvedere auch heiraten. Standesamtlich und/oder kirchlich.

Hundertwasserhaus
Hunderwasser Haus Wien, Österreich

Schade, dass man das Hunderwasserhaus nicht von innen besichtigen darf. Aber da wohnen halt Menschen

Friedensreich Hundertwasser war ein österreichischer Maler und beschäftigte sich auch mit Architektur.

In Wien konnte er 1985 seine Idee eines terrassenförmigen begrünten Gebäudekomplexes zum ersten Mal verwirklichen.

Heute sind Dachbegrünungen schon fast alltäglich, aber damals war das revolutionär. Und unterdessen sind seine Bäume auf dem Dach zu einem Park herangewachsen.

Auch sonst ist dieses Haus ungewöhnlich: Bunt, ohne gerade Linien, mit unebenen Böden in den Fluren, verspielt und mit Türmen.

Später hat er übrigens noch mehr ungewöhnliche Gebäude entworfen: In Frankfurt am Main, Darmstadt, in der Schweiz und in Japan.

I am from Austria

Abends habe ich noch die österreichische Kultur unterstützt. Mit einer Eintrittskarte ins Raimund-Theater. Hier gab es das Musical „I am from Austria“. Jemand hatte mir empfohlen, da doch unbedingt mal hinzugehen.

Geht mal ins Theater, wenn ihr in Wien seid

Die Lieder sind vom österreichischen Liedermacher, Schauspieler und Moderator Rainhard Fendrich.

Und die Handlung ist schnell erzählt: Junge Österreicherin kommt nach Karriere in Hollywood mit ihrem Manager zum Opernball nach Wien zurück.

Dort merkt sie endlich, wo sie wirklich hingehört…

Das Stück war ziemlich erfolgreich, im Raimund-Theater wurde es bis Juni 2019 über 450 Mal gespielt. Und Ende 2020 lief es auch im deutschen Fernsehen.

Salzburg

Irgendwo in Österreich / Somewhere in Austria

On my way to Salzburg

Am nächsten Morgen bin ich dann im Norden von Österreich knapp 300km nach Salzburg weitergefahren.

Am Nordrand der Alpen entlang.

Bei meiner Abfahrt in Wien schneite es. Und auch unterwegs wechselten sich Schnee und Regen ab.

Aber kurz vor Salzburg wurde das Wetter wieder besser. Perfekt, um am nächsten Tag die Stadt anzusehen.

Drei Merkmale bestimmen das Stadtpanorama von Salzburg: Der Fluss Salzach, die Festung Hohensalzburg und die Berge rings um die Stadt.

Hübsche City
Salzburg, Österreich

Abendstimmung an der Salzach

Die Altstadt liegt direkt an der Salzach.

Hier kann man durch kleine Gassen schlendern oder an attraktiven Plätzen eine Kaffeepause machen.

Ab und zu lohnt sich auch ein Blick nach oben. Auf die vielen Zunftzeichen an den Häusern.

Altstadt Salzburg, Österreich

Durch enge Gassen in der Altstadt

Am bekanntesten sind die Getreidegasse, der Alte Markt und der Domplatz.

Aber beim Stadtbummel sollte man auch mal in die Durchgänge zwischen den Häusern gehen. Auch hier gibt’s viele Entdeckungen zu machen. Oder Geld auszugeben 😅

Und nicht zu übersehen ist das Geburtshaus von W.A. Mozart. Allerdings wird das nach meinem Geschmack etwas zu auffällig beworben.

Mozarts Geburtshaus kann man nicht übersehen

Einklagbar oder irreführende Werbung 😅

Wer mehr Zeit hat, der kann sich dann auch noch mit der Geschichte von vielen anderen Häusern befassen.

Denn durch den Salz- und Goldbergbau war Salzburg früher schon eine ziemlich reiche Stadt gewesen. Und viele Häuser erzählen eigene Geschichten.

Schloss Mirabell und Mirabellgarten

Gegenüber der Altstadt am anderen Ufer der Salzach steht das Schloss Mirabell mit dem wunderschönen Mirabellgarten.

Schloss Mirabell Salzburg, Österreich

Im Winter wirkt der Schlossgarten etwas kahl

Dabei sind die Anfänge des Schlosses eher tragisch. Ein Erzbischof errichtete es für seine heimliche Ehefrau und nannte es Schloss Altenau.

Er schaffte es beim Kaiser auch, die Geliebte und seine 15(!) Kinder als rechtmäßige Erben einzusetzen.

Doch dann wurde er abgesetzt und sein Nachfolger vertrieb die Familie. Und benannte das Schloss in Mirabell um.

Heute soll der Festsaal einer der schönsten Trau-Säle der Welt sein. Dort hat auch schon W. A. Mozart mit seinem Vater und seiner Schwester musiziert.

Der Mirabellgarten lag leider schon im Winterschlaf. Die Brunnen waren abgestellt und Ende November gab es hier auch keine üppige Bepflanzung mit Blumen.

Festung Hohensalzburg
Festung Hohensalzburg Salzburg, Österreich

Hoch über der Stadt: Die Festung Hohensalzburg

Seit fast 1000 Jahren thront sie nun von weither sichtbar hoch über Salzburg. Und ist auch ihr Wahrzeichen.

Mit allen Wehranlagen hat sie über 14.000m² bebaute Fläche und ist damit Europas größte Burganlage.

Dabei war sie nie eine „richtige“ Adelsburg. Sondern immer eine Festung, auf die sich Fürsten und Erzbischöfe bei Gefahr zurückzogen. Sie wurde zwar belagert, aber eingenommen werden konnte sie nie.

Blick von der Festung Hohensalzburg, Salzburg, Österreich

Oben hat man einen 360° Blick über Salzburg und das Land

Nur heute von Touristen. Denn mit über einer Million Besuchern im Jahr ist sie in Österreich die meist besuchte Sehenswürdigkeit außerhalb von Wien.

Und man braucht auch nicht mehr mühsam hinaufzuklettern. Sondern kann seit 1892 von der Altstadt bequem mit einer Standseilbahn hochfahren.

Oben kann man dann die alten Räume und in einem Museum das Hofleben im Mittelalter besichtigen. Oder einfach den grandiosen Ausblick auf Salzburg und die Umgebung genießen.

Dom und DomQuartier
Salzburger Kathedrale

Der Salzburger Dom. Von außen…

Nach dem Besuch auf der Festung wollte ich mir noch die Residenz in der Stadt ansehen.

Dazu muss man wissen, dass bis zum Jahre 1803 die gesamte weltliche und kirchliche Macht in einer Hand lag. Bei einem Fürsterzbischof.

Im DomQuartier kann man seine prunkvollen Wohn- und Residenzräume besichtigen. Von kirchlicher Bescheidenheit keine Spur…

Auch eine „Kunst- und Wunderkammer“ gibt es. Darin haben die Fürsten früher allerlei Raritäten aus Natur und Technik ausgestellt.

Also so etwas, wie später dann Museen. Allerdings wollte man damit bestimmt auch seine Konkurrenten beeindrucken…

Ich merke grade, dass ich gar keine Bilder vom DomQuartier habe. Wahrscheinlich war drinnen zu fotografieren verboten.

Salzburger Kathedrale

…und innen

Und schließlich ist da noch der Dom selbst. Von 1628. Mit Kuppelraum und Deckengemälden. Und sieben verschiedenen Orgeln.

Eine davon wurde bei meinem Besuch wohl gerade gestimmt. Jedenfalls waren die Töne etwas nervig.

Auf jeden Fall lohnt das Domquartier einen Besuch. Besonders, wenn das Wetter gerade mal nicht so gut ist.

Am Nordrand der Alpen durch Österreich

Am Nordrand der Alpen entlang

Nach zwei Tagen in Salzburg ging es am nächsten Tag weiter. Auf kleinen Bundesstraßen am Nordrand der Alpen.

Und so langsam kam ich in die Feriengebiete von Österreich. Ich schätze mal, in den Sommerferien und im Winter dürfte es hier ziemlich voll sein. Aber jetzt war ich der einzige Fremde hier.

Beim Fahren war das vorteilhaft. Denn es war kaum etwas los auf den Straßen. Aber ich wollte in Zell am See übernachten und hatte doch einige Probleme, dort ein offenes Hotel zu finden. Und auch sonst waren fast alle Läden geschlossen und wurden gerade auf die Wintersaison vorbereitet.

Zell am See
Zell am See, Österreich

Ein beliebtes Urlaubsziel im Sommer: Zell am See

Um den See herumzulaufen dazu war es an diesem Nachmittag schon etwas spät.

Ich weiß ja nicht, wie man das in Österreich macht. Aber die Tourismusseite von Zell gibt für den Rundwanderweg für eine Strecke von 12km nur einen Zeitbedarf von einer Stunde und 35 Minuten an.

Google Maps meinte dagegen zwei Stunden und 20 Minuten. Das fand ich durchaus realistischer. Doch dann wäre ich erst in der Dunkelheit zum Hotel zurückgekommen.

Also bin ich nur mal halb um den See gegangen, um ein hübsches Foto zu machen. Und habe mich dann ins einzige offene Café am Nachmittag gesetzt. Zu einem „Großen Braunen“ (Kaffee mit Schlagsahne) und einem Stück Sachertorte 😉

Kaprun

Gleich frühmorgens am nächsten Tag bin ich dann weitergefahren. Erst mal nach Kaprun, gleich in der Nähe. Von der Talstation in 900m Höhe kann man mit einer Seilbahn auf den Berg Kitzsteinhorn und den Gletscher in 3000m Höhe fahren. In ein international bekanntes Skigebiet.

Gedenkstätte Kaprun / Kaprun Memorial

Die Gedenkstätte in Kaprun nahe der damaligen Seilbahnstation

Am 11. November 2000 ereignete sich hier das schlimmste Unglück seit dem Zweiten Weltkrieg in Österreich.

Die Standseilbahn geriet in dem 3km langen Tunnel in Brand und 155 Menschen sind gestorben.

Sie kamen aus Österreich, Deutschland, Japan, den USA, Slowenien, den Niederlanden, Großbritannien und Tschechien. Nur 12 Menschen haben das Unglück überlebt.

Für die Toten wurde hier eine Gedenkstätte errichtet. In der alle 155 Namen und die Geburtsdaten genannt sind.

Die Seilbahn wurde nie wieder in Betrieb genommen sondern durch andere Lifte ersetzt.

Krimmler Wasserfälle

Wasserfall Krimml, Österreich / Waterfalls Krimml, AustriaDankbar dafür, dass mir auf meiner langen Fahrt bis hierher nichts passiert war, ging es für mich dann auf der Bundesstraße weiter Richtung Innsbruck.

Dabei kam ich zunächst an den Krimmler Wasserfällen vorbei.

Das sind die höchsten Wasserfälle in Österreich. Sie liegen im Nationalpark Hohe Tauern. In der Nähe des Dorfes Krimml.

Wasserfall Krimml, Österreich

Weil der Bach nicht so viel Wasser führte konnte ich ziemlich dicht an den Wasserfall dran

Über insgesamt 385m Fallhöhe bahnt sich das Wasser von Gletscherbächen hier einen Weg ins Tal.

Insgesamt gibt es drei Fallstufen. Dabei ist die oberste mit 145m Fallhöhe die größte.

Aber der Hin-und Rückweg dorthin zu Fuß im Gebirge wäre zu lang gewesen. Auch die mittlere Fallstufe war für mich zu weit.

Und so habe ich mir nur den untersten Wasserfall angesehen. Hier trifft das Wasser von insgesamt 17 Gletscherbächen zusammen.

Kristallwelten

Nach den Wasserkristallen der Natur habe ich mir am Nachmittag 80km entfernt im Ort Wattens noch von Menschen bearbeitete Kristalle angesehen.

Entdeckt ihr den Fotografen?

Hier ist der Hauptsitz der weltbekannten Firma Swarovski. Und die hat 1995 dort ein Museum eröffnet. Das heißt, eigentlich ist es gar kein Museum. Sondern eine glitzernde Wunderwelt aus geschliffenem Glas und Edelsteinen.

Darum heißt diese Ausstellung auch Kristallwelten. Eigentlich sehr sehenswert. Aber mit rund 20 Euro Eintritt auch nicht ganz billig. So, wie fast alles von Swarovski 😅

Na ja, im Ausstellungsshop konnte ich aber dann gleich auch schon ein paar Geschenke kaufen. Denn bis Weihnachten waren es noch genau 31 Tage.

Übernachtung in Hall

In dem kleinen Ort Hall kurz vor Innsbruck habe ich dann ein letztes Mal in Österreich übernachtet. Tags darauf sollte es nun tatsächlich weiter nach Deutschland gehen.

In der Nähe von Innsbruck

Doch beim Check-in im Hotel in einem Industriegebiet neben einem Einkaufszentrum machte mich der Mitarbeiter darauf aufmerksam, dass draußen jemand den Landcruiser fotografiert. Ich nahm das erst nicht weiter ernst, denn das war schon öfter vorgekommen.

Aber nach dem Check-in schaute ich dann doch mal raus, um vor allen Dingen auch die Wertsachen aus dem Wagen zu holen. Im Gespräch mit dem „Fotografen“ stellte sich heraus, dass er ein begeisterter Australienfan ist. Und selbst schon mal mit einem geliehenen Landcruiser von Cairns nach Cape York gefahren war.

Er wollte natürlich alles über meinen Roadtrip wissen. Dazu luden seine Frau und er mich erst im Einkaufszentrum auf einen Kaffee ein. Und abends dann zum Dinner zu sich nach Hause in Innsbruck. Eigentlich wollte ich wegen meiner „falschen“ Beleuchtung ja bei Dunkelheit nicht fahren. Doch hier konnte ich einfach nicht Nein sagen.

Mein letzter Stopp in Österreich. Schon ganz dicht vor der deutschen Grenze

Später kam dann noch sein Sohn zu Besuch und wir taten erst mal so, als ob er den Landcruiser gekauft hätte. Der Sohn glaubte das auch und meinte, sein Vater wäre jetzt ja wohl völlig abgedreht. Nun, es wurde ein langer wunderschöner Abend in Österreich.

Am nächsten Morgen, dem 24. November 2018, machte ich mich dann auf den Weg zur deutschen Grenze. Die war von Hall nur 40km entfernt. Und bis zu meinem nächsten Stop in Garmisch-Partenkirchen waren es auch nur 30km mehr.

Video Österreich

Wie üblich an dieser Stelle nun mein Dashcam Video. Von Österreich (4m 15s, 778 MB; Musik: Yellow – Scott Buckley (scottbuckley.com.au) und Winds of Spring – The 126ers (YouTube Audiolibrary).

  • Grenze Österreich – Wien
  • Wien
  • Wien – Salzburg
  • Salzburg
  • Salzburg – Zell am See – Kaprun – Innsbruck
  • Richtung deutsche Grenze

Im nächsten Post erfahrt ihr dann, was ich mir noch in Deutschland angesehen habe. Und wie meine Rückkehr nach Hause war. Da gibt’s dann auch den Link zum YouTube Video Österreich/Deutschland aus 2019.

Cheers, Rüdiger 😎

 

 

Schreib' einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

to-top
%d Bloggern gefällt das: