Roadtrain in Australian Outback

Australien 2017

Auf dieser Seite kannst du meineRoute nach Cape York 2017 mit dem Landcruiser anschauen. Dieser Offroad Trip war der eigentliche Grund, dass wir uns entschlossen haben, das Auto später nach Deutschland zu bringen.

Unter der Karte findest du Erklärungen zu den Orten die wir auf dieser Reise besucht haben.

Offroad Trip Australien 2017 (Cape York)

  • Cairns (Ausgangspunkt und Ziel der Tour): Das erst Mal als ich 1986 in Cairns war, war das ein geruhsames Städtchen. Eher ein Dorf. Mit vielen alten Queensländer Häusern, einer Einkaufsstraße und etwa 50.000 Einwohnern. Heute leben hier 160.000 Menschen. Die Stadt ist durch den internationalen Flughafen das Tor zum tropischen Norden Australiens und dem Great Barrier Reef. Mit ihren vielen teuren und preiswerteren Unterkünften wird sie heute von Touristen und Backpackern gleichermaßen in Beschlag genommen. Man hört oft mehr Deutsch, Spanisch, Französisch oder Chinesisch als australisches Englisch. Wer einen gepflegten Stadturlaub in Strandlage machen will ist hier bestimmt richtig. Wir fühlten uns jedenfalls in den von Restaurants, Cafes und Bars gesäumten Innenstadtstraßen nicht so richtig wohl. Na klar, wer hier wohnt und arbeitet hat das große Los gezogen. Die Lebens- und Freizeitqualität ist dort allemal höher als in Hildesheim oder Hanau. Und in Regensburg oder Remscheid. Und… 😉 Das gilt für ganz Australien. Es lebt sich dort nun mal angenehmer als in Deutschland! Und ich höre nun mal gerne am frühen Morgen im Bus, Supermarkt oder einem Café ein freundliches ‚Hey man, how’re you doing?‘auf das ich antworten kann ‚Thanks, I’m fine, and you?‘ Für uns war Cairns aber nur Start- und Zielpunkt unserer Offroad Tour. Zum Catern und um das Auto von meinem Sohn auf mich umzumelden, weil ich das ja ein halbes Jahr später nach Deutschland fahren wollte.
  • Port Douglas: 70 km nördlich von Cairns. Viel kleiner als seine große Schwester. Aber wir hatten auch den Eindruck: Viel vornehmer. Viele Villen mit parkähnlichem Gelände, hochpreisige Strandhotels – und allerlei Wohnanlagen für ältere Menschen. Auf jeden Fall der letzte größere Ort vor Cape York.
  • Archer Point: Unser erster Bush Campingplatz, kurz vor Cooktown. Am Vormittag aus Port Douglas gestartet kamen wir dort erst am späten Nachmittag an. Denn wir haben für die 260km lange Strecke nicht die Strasse genommen, sondern sind über den Bloomfield Track durch den Regenwald gefahren. Dieser Track war zwar sehr leicht, eher ein besserer Feldweg, aber in der schönen Landschaft und an der Fähre über den Daintree River haben wir uns Zeit gelassen. Und nach Ankunft auch nicht gleich Vorbereitungen fürs Abendessen getroffen und die Zelte aufgebaut. Sondern erst mal den tollen Ausblick aufs Meer genossen. Unser Fehler. Durch die Nähe zum Äquator wurde es um halb sieben rasch dunkel. Zeit, um Holz für ein Campfire zu sammeln gab’s nicht mehr und beim Aufstellen der Zelte ist mir einer der Fiberglasstangen voll auf die Nase geknallt. Erstes Learning auf dieser Tour: Spätestens um 5 Uhr sollte man seinen Zeltplatz erreicht haben und alles für den Abend und die Nacht vorbereiten. Bushcampingplätze gibt es übrigens viele in Australien. Einfach Plätze zum Zelten, ohne Sanitär- und sonstige Einrichtungen. Und natürlich auch ohne Kiosk, Strom und Toiletten. Manche kosten nichts, andere muss man vorher online für 10 – 20 AUD reservieren. Die Reservierung druckt man sich aus und legt sie ins Auto. Es ist zwar selten, dass ein Ranger das mal kontrolliert, aber wenn – und man kann die Zahlung nicht vorweisen – dann kann es richtig teuer werden.
  • Cooktown: Das 30 km entfernte Cooktown erreichten wir am nächsten Tag schnell. Dort haben wir uns für 2 Nächte eine Privatunterkunft genommen, vom Camping hatte ich im wahrsten Sinne des Wortes erst mal die Nase voll. Cooktown (2.000 EW) im Osten ist eine der beiden größeren Städte auf Cape York, die andere ist Weipa im Nordwesten. Zu sehen gibt’s nicht viel, außer daß Cpt. Cook dort mal gelandet ist. Aber einen halben Tag brauchten wir dort schon mal, weil unsere Klimaanlage im Wagen ausgefallen war. Der Mechaniker schraubte 3 Stunden dran herum, nur um uns dann mitzuteilen, dass er eigentlich nichts finden kann. Wir sollten erst mal 250 AUD bezahlen und den Wagen noch länger da lassen. Beides wollten wir nicht. Trotz heftiger Diskussion gab’s den Autoschlüssel aber erst wieder, als wir bezahlt hatten. Dafür kriegte er dann eine schlechte Google-Bewertung…
  • Cape Flattery: Die 130 km nach Cape Flattery am nächsten Tag hätten ganz entspannt werden können. Wenn wir den Abzweig von der Hauptstraße zum Cape gleich gefunden hätten. Aber wir landeten erst mal auf einem Feldweg, der in eine Wiese überging mit allerlei Gestrüpp. Irgendwann mussten wir umkehren weil uns klar wurde, daß wir hier nie bis zum Meer kommen würden. Mit ein bisschen Sucherei waren wir dann irgendwann auf dem richtigen Feldweg. Der führte erst mal durch einen Fluß, in dem das Wasser über unsere Motorhaube floss. Und dann ca. 5 km durch sandige Dünen, in denen wir den Luftdruck von normal 40 psi (pound-force per square inch) auf 10 psi reduzieren mussten (1 psi = 0.07 bar). Ich rechne übrigens lieber mit psi als mit bar, denn die Werte sind feiner abzustimmen. Cape Flattery ist ein langer Sandstrand, auf dem man fast alleine ist und gut Drohne fliegen kann. Aber außer Natur gibt es dort nichts.
  • Bathurst Head: Statt nach Bathurst Head wollten wir eigentlich auf den daneben gelegenen Campingplatz im Cape Melville Nat’l. Park. Aber der war voll und überdies noch schlechter mit dem Wagen zu erreichen. Auch so brauchten wir für die 300 km schon 6 Stunden. Aber der Sonnenuntergang am Meer, ein Campfire direkt am Strand, Kängurusteaks und -würstchen und ein überwältigender Nachthimmel voller Sterne machte die Tour natürlich wieder wett. Obwohl wir (neben anderen) schon ca. 60m vom Ufer entfernt unser Zelt aufgeschlagen hatten konnten wir trotzdem noch nachts die grünen Augen der Salzwasserkrokodile im Wasser sehen. Und man weiß ja nie, wie weit die Salties noch den Strand hochklettern…
  • Weipa: Statt im Osten der Halbinsel zu bleiben und erst Chili Beach zu erkunden sind wir von Bathurst Head direkt in den Westen nach Weipa gefahren (580 km). Wir wollten dort endlich die Klimaanlage reparieren lassen. Denn weil wir den ganzen Tag die Autofenster auf hatten war das Auto durch den roten Sand und Staub innen schon genauso rot wie außen. Die Reparatur hat keine halbe Stunde gedauert und mit Ersatzteil 80 AUD gekostet. Das Relais für die Klimaanlage war defekt. Und das sitzt etwas versteckt hinter den 2 Batterien des Wagens. Der Mechaniker sagte uns, das sei eine alte Toyota Krankheit und käme oft vor. Scheinbar in Cooktown nicht… Weipa selbst (4.000 EW) hat außer einigen Bars nichts zu bieten. Es ist eine reine Bergarbeiterstadt, die ab 1960 von der Firma Comalco (heute: Rio Tinto Alcan) errichtet wurde. Comalco fördert Bauxit (Aluminiumerz) und betreibt dort das größte Bauxitbergwerk weltweit.
  • Pennefather River: Daher sind wir nach einer Nacht auch gleich nach Pennefather River weitergefahren. Google Maps hat den Bereich zwar nicht abgedeckt aber mithilfe einer örtlichen Karte von Hema Maps hatten wir den Weg schnell gefunden. Erst am Bauxitabbaugebiet vorbei, dann durch einige Tracks im Buschland und schließlich noch ein Stück am Meer entlang. Den speziellen Reiseführer von Hema für Cape York kann ich übrigens nur empfehlen. Er beschreibt jeden Track ausführlich und geht auf die Schwierigkeiten und Gefahren ein. Die Jungs von Hema sind ständig Offroad in ganz Australien unterwegs und haben dort unterdessen jeden noch so kleinen Feldweg kartographiert. In Pennefather River konnten wir wieder unter kleinen Bäumen und Buschwerk direkt am Meer campen. Dort trafen wir abends den 80jährigen Hubert, der in den 50er Jahren aus Düsseldorf ausgewandert war, in Westaustralien eine große Farm besitzt (man nennt das dort Station) und ebenfalls in unserer Nähe mit seinem Sohn campte.
  • Chili Beach: Nach einer Nacht ging es dann von Küste zu Küste. 300 km von Pennefather River im Westen nach Chili Beach im Osten. Dabei hatten wir noch in der kleinen Aboriginal Community Lockart River unsere Vorräte ergänzt. Wichtig dabei: Dort – wie in vielen Aborigines Communities gibt es keinen Alkohol. Auch kein Bier. Und es ist verboten, in dem Gebiet Alkohol im Auto zu transportieren. Die auf großen Verkehrsschildern ausgewiesenen Strafen sind drakonisch wenn man erwischt wird: Bis zu 75.000 AUD Strafe, 18 Monate Gefängnis und Einzug des Autos. Das wollten wir besser nicht riskieren. Von Chili Beach sagen manche, dass es einer der schönsten Strände Australiens sei. Malerisch mit Palmen bis ans Wasser gelegen, ein langer Sandstrand und türkisfarbenes klares Meer. Wenn, ja wenn da nicht häufig zwei Dinge wären: Zum einen wird aus Asien Plastikmüll an den Strand gespült und zum anderen gibt es abends oft einen unangenehm kalten Wind vom Meer her. Doch wir hatten zweifach Glück. Der Strand war sauber und am Abend wehte nur ein leichtes Lüftchen. Toll, unser Campingplatz zwischen den Palmen nahe am Wasser.
  • Frenchmans Track: Den Frenchmans Track hatten wir uns für den folgenden Tag vorgenommen. Mit 50 km ist er ja eigentlich nicht lang. Aber er hat es in sich. Mal felsig mit tiefen Längsrillen, in die die Räder besser nicht hineinkommen sollten. Mal sandig, sodass man aufpassen muss nicht steckenzubleiben. Und meist so eng, dass einem besser kein Fahrzeug entgegenkommt. Einer von beiden muss dann mit dem Auto ins Gebüsch. Aber richtig! Und dann kam ziemlich zu Beginn schon die schwierigste Stelle. Die Durchquerung des Pascoe Rivers. Die Einfahrt von Osten zwar eng, aber machbar. Doch die Ausfahrt nach Westen ist steil und felsig. Und die Reifen sind nass wenn man aus dem Wasser herauskommt. Wir haben den Fluss erst mehrmals zu Fuß durchquert, um den besten Weg zu finden. Einen ohne hohe Felsblöcke unter Wasser. Und ich hatte meinem Sohn geraten, an der Ausfahrt Gas zu geben, damit er nicht von den Felsen abrutscht. Aber Murphys Law schlug auch hier zu. Wir hatten genau an dieser Stelle Gegenverkehr und er musste am Flussufer stoppen. Der Wenlock River am anderen Ende des Frenchmans Tracks war dann ein Kinderspiel. Aber zwischen beiden Flüssen noch jede Menge Felsen, Sand und tiefe Rillen auf dem Track. Aber besser als viele Worte sind Bilder. Schaut doch mal in die Fotogalerie und das Video dort.
  • Old Telegraph Track: Nach einer Nacht im Bramwell Junction Roadhouse ging es auf den drei mal so langen Old Telegraph Track. Den haben wir auch nicht an einem Tag bewältigt sondern etwa in der Mitte gecampt. Den Track selbst fand ich eigentlich einfacher als den Frenchmans Track, dafür gab es hier aber so ungefähr 25 Flussdurchquerungen. Und bei jedem Creek hieß es aussteigen, Tiefe und Untergrund checken und dann vorsichtig durch. Da sind 75 km für einen Tag mehr als genug. Die Kinder unseres Campingnachbarn spielten am Morgen hinter unserem Auto als sie plötzlich von den Eltern zurückgerufen wurden. Im Busch hinter dem Wagen sei eine Brownsnake. Gesehen habe ich sie nicht… Auch für den OTT (der seinen Namen übrigens von der alten Telegrafenleitung vom Kap nach Süden hatte) gilt: Lieber Bilder gucken als viel sabbeln.
  • Mutee Heads: Den letzten Fluss auf dem OTT, den Jardine River, mussten wir mit der Fähre überqueren. Der ist zwar nur ca. 1m tief und 140m breit. Aber seit 1993 ein steckengebliebener Autofahrer um seinen Wagen herumschwamm und dabei von Krokodilen gefressen wurde ist die Durchquerung mit dem Wagen verboten. Hema Maps schreibt dazu lapidar: ‚However, the Injinoo Aboriginal community have requested that travellers do not cross, as a man was killed by a crocodile in 1993 swimming out to the ferry with a replacement part’… Jetzt waren wir im Norden Cape Yorks angekommen und am ersten Abend erwartete uns in Mutee Heads ein kleiner lauschiger Bushcampingplatz direkt am Meer. Wieder mal nur für uns alleine.
  • Seisia / Bamaga / Cape Area: Für ein paar Nächte waren wir auf dem Campingplatz von Seisia. Der war deutlich besser bewertet, als die Campingplätze in unmittelbarer Nähe des Kaps. Außerdem konnten wir von hier aus bequem Tagestouren machen. Zum Cape, nach Bamaga (1.000 EW), auf den 5-Beaches-Run im Osten, nach Roma Flat , zur Pajinka Wilderness Lodge, Somerset und an einem Tag nach Thursday Island. Noch ein kleiner Tipp: Wenn du zum Cape gehst musst du vom Parkplatz dort erst noch zu Fuß 15 Minuten über einen kleinen Hügel laufen. Wir hatten nur flip-flops (austr. thongs) mit und das ‚Bergsteigen‘ damit war etwas nervig.
  • Captain Billy’s Landing: Unser erster Campground auf der Rückfahrt von Seisia nach Cairns (1.000 km). Eine riesengroße Bucht am Meer, auf die bestimmt 20 Camper draufgepasst hätten. Aber man muss die Nacht online buchen und es wird immer nur ein Wagen akzeptiert. Dort gab es sogar eine bush toilet, ein Klo, das man mit einem Fußhebel spülen konnte.
  • Coen: Von Seisia zurückgefahren sind wir über die Bamaga Road, die Northern Bypass Road, die Telegraph Road und die Peninsula Development Road. Denn den letzten Track den wir noch geplant hatten konnten wir nicht mehr fahren. Die Dichtung der Differenzialsperre an der Vorderachse unseres Wagens war durch die vielen Kilometer auf Wellblechpisten undicht geworden und es tropfte Öl raus. Reparieren lassen konnten wir das aber erst in Cairns. Und so beschränkten wir uns darauf, immer mal etwas Öl nachzufüllen weil man uns sagte, dass sei besser für das Differenzialgetriebe. Und Gott sei Dank war es nur die Dichtung, ein Getriebeschaden wäre teurer geworden. Aber alle Straßen in Cape York sind nördlich von Laura unbefestigt. Die genannten großen sind zwar sehr breit und im Vergleich zu den Tracks in einem guten Zustand. Aber Wind, Wetter und LKWs sorgen dafür, dass sie ohne Ende wellig sind. In Coen (400 EW) haben wir etwas abseits in einem kleinen Wald unsere Zelte aufgeschlagen und am Abend noch mal Drohnenflüge zwischen Bäumen getestet.
  • Lakeland: Lakeland war unsere letzte Station auf diesem Trip. Eigentlich nur, weil wir an dem Abend nicht bis Cairns durchfahren wollten. In Australien fährt außerhalb der Orte außer den LKWs kaum jemand nach Einbruch der Dunkelheit. Zu gefährlich, vor allem wegen der Kängurus. Und seit Laura, etwa in der Mitte zwischen Coen und Lakeland war die Straße auch wieder geteert. Das hatte aber auch einen kleinen Nachteil. Wir fanden keinen akzeptablen Campground. Also haben wir für eine Nacht unsere Zelte auf einem Platz mit Straßenbaumaterialien aufgebaut. Etwas versteckt hinter Schotterhügeln… Am nächsten Tag gabs dafür wieder eine Unterkunft mit prima Dusche in Cairns.
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