Mit dem Auto auf dem Sandover Hwy., Australien

Australien 2016

Eigentlich hatte ich gar nicht geplant, hier noch über unseren Trip in Australien 2016 zu berichten. Von Brisbane über Fraser Island nach Alice Springs zum Ayers Rock (Uluru) und dem Kings Canyon. Und von dort nach Darwin im Norden. Mit allen Wegen und Umwegen insgesamt 7.500 km.

Aber weil ich nun schon grade mal dabei bin und es hier doch irgendwie thematisch rein passt, stelle ich dir auch diese Tour kurz vor. Die haben wir übrigens noch nicht mit dem Landcruiser gemacht. Damals hatte mein Sohn noch einen alten Mitsubishi Pajero. Der war schon 300.000 km gelaufen als er ihn gekauft hat. Und den hätte ich bestimmt später nicht nach Deutschland gefahren 😉

Diese Tour kann man übrigens zum großen Teil mit einem normalen PKW oder mit einem Campingbus unternehmen. Mit Ausnahme vielleicht des Sandover Highways. Denn der Rest der Strecke über den Bruce, Capricorn, Landsborough, Barkly und den Stuart Hwy. ist geteert. Und an jedem Ortsausgang gibt es Anzeigen, ob die zu durchquerenden Flüsse auf dem weiteren Abschnitt wegen Hochwasser gesperrt sind. Es ist also – mit Ausnahme des Sandover Hwy. – kein richtiger Offrod Trip wie dann 2017. Aber einer durch die Weite und Natur Australiens.

(Off)road Trip Australien 2016 (Cape York)

  • Brisbane: Die Hauptstadt des australischen Bundesstaates Queensland (2.1 Mio. EW) am Brisbane River macht trotz ihrer Größe einen relaxten Eindruck. Das liegt zum einen natürlich an der Mentalität der Australier, die ohnehin deutlich entspannter sind als die Europäer. Mit ihrer Leidenschaft für Abkürzungen nennen sie ihre Stadt liebevoll ‚Brissie‘. Zum anderen aber auch an der großzügigen Stadtstruktur von Brisbane, die durch viele grüne Vororte geprägt ist. Durch eine große Parklandschaft und Kultureinrichtungen direkt auf der gegenüberliegenden Flußseite des Zentrums  (South Bank Parklands) fühlt man sich aber auch hier nicht beengt. Besonders gut gefallen hat mir dort der Streets Beach. Eine 2.000 Quadratmeter große Strandlandschaft mit 4.000 Kubikmetern Sand. Ganzjährig geöffnet, mit Rettungsschwimmern und freiem Eintritt.
  • Fraser Island: Eine der schönsten Inseln der Welt! Eine 123 km lange und 22 km breite Sandinsel. Mit Regenwald, kristallklaren Seen und Dingos auf den Sanddünen in der Mitte. Und ein Offroad Paradies für 4WDs. Am Strand entlang und durch den Regenwald. Aber man sollte aufpassen: Manchmal starten oder landen am Strand auch kleine Flugzeuge für Rundflüge über Fraser Island. Erreichbar ist die 350 km von Brisbane entfernte Insel über eine Fähre in River Heads. Mit dem Auto sollte man jedoch nur dorthin fahren, wenn man ein höherliegendes Allradfahrzeug hat. Wir haben gleich auf den ersten Metern in Fraser einen PKW mit gebrochener Achse gesehen. Und wenn man in den Dünen nicht feststecken will, braucht man Vierradantrieb. 4×4 Autos kann man sich für einen Besuch auf Fraser Island gut in Hervey Bay auf dem Festland mieten.
  • Longreach: Die nächsten 1.000 km über Rockhampton und kleine Orte mit so schönen Namen wie Dingo, Bluff, Emerald, Alpha oder Jericho sind einfach nur schön zu fahren. Landschaft und Natur, aber kaum Menschen. Und auch an Longreach wären wir bestimmt vorbei gefahren. Wenn wir nicht schon aus der Ferne eine Boeing 747 gesehen hätten. Was bitte macht ein Langstreckenflugzeug auf einem Kartoffelacker? Nun, ganz so war es nicht. Die Maschine stand auf einer Abstellfläche. Man hatte extra für sie hier eine Landebahn gebaut. Und das hat auch seinen Grund: In Longreach wurde die Qantas 1920 als Queensland and Northern Territory Aerial Services gegründet und hat hier ein Museum. Und wegen der Herkunft ihres Namens schreibt sich Qantas eben auch ohne ‚u‘ 😉
  • Mount Isa: Eine Bergarbeiterstadt mitten im Outback mit den weltweit größten Vorkommen an Kupfer, Zink, Blei und Silber. Riesige Minen, Abbaugebiete, Hütten und Schmelzereien prägen das Bild. Für einen Tag haben wir uns Zeit genommen und eine Mine besichtigt.
  • Sandover Hwy.: 230 km hinter Mount Isa zweigt vom Barkly Hwy. links Austral Downs ab. Eine kleine Straße, die zum Sandover Hwy. führt. Hier befinden wir uns schon im Northern Territory. Nach 2 Stunden durch kahle Landschaft muss man sich dann entscheiden. Ob man links nach Alpurrurulam abbiegen will. Um in der Aborigines Siedlung noch mal zu tanken. Denn bis Alice Springs gibt’s auf dem Weg weiter keine Tankmöglichkeit. Oder ob man gleich rechts auf den Sandover Hwy. abbiegt. Um nach Alice durchzufahren. Rechnen wir mal:  165 km sind wir seit dem letzten Volltanken in Camoonweal schon gefahren. 20 km sind es bis Alpurrurulam. Aber auch 20 km zurück, wenn die Tankstelle geschlossen ist. Und die hat nur stundenweise geöffnet. Und bis Alice sind es weitere 630 km. Im worst case müssten wir also bei geschlossener Tankstelle 835 km schaffen. Wenn wir dagegen gleich durchfahren brauchen wir nur 795 km zu schaffen. In der Gegend macht das schon einen Unterschied! Jedenfalls dann, wenn man unter seinem Wagen nicht einen Long Range Tank mit 180 – 200 Litern Fassungsvermögen hat. Nun, wir sind nach Alpurrurulam gefahren und wurden als letztes Auto kurz vor 16 Uhr noch bedient. Mit vollem Tank und unseren 3 Reservekanistern waren wir somit für die 650 km bis Alice auf der sicheren Seite. Ganz generell gilt im Outback: Genug Sprit dabei zu haben. Und genug Wasser. Pro Tag und Person mind. 5-7 Liter. Und ein Allradfahrzeug ohne viel Elektronik. Vor allem keine Zentralverriegelung und keine elektrischen Fensterheber.
  • Alice Springs: Ist die einzige größere Stadt mitten im roten Zentrum von Australien. Und Ausgangspunkt für Ausflüge zum Ayers Rock und zum Kings Canyon. Es gibt in Alice Springs  auch einen Flughafen und eine Bahnstation des Zuges zwischen Adelaide und Darwin (The Ghan).
  • Ayers Rock (Uluru): Über den großen roten Monolithen 440 km südwestlich von Alice Springs brauche ich wohl kaum etwas zu sagen. Er liegt im Uluru-Kata Tjuta National Park und ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Australiens. Es gibt in der Nähe Übernachtungsmöglichkeiten, aber die sind teuer und meist ausgebucht. Besser, man übernachtet 200 – 300 km entfernt in einem Roadhause am Lasseter Hwy. Wenn man den Ayers Rock umrunden will, feste Schuhe mitnehmen. Auf unserer Tour um den Felsen haben uns mehrere Schlangen freundlich begrüßt.
  • Kings Canyon: Entweder kann man unten im Tal des Watarrka Nt’l. Parks wandern oder oben auf das Plateau klettern und den Kings Canyon umrunden. In den Wäldern und an den bis zu 300 m hohen Sandsteinwänden gibt es Wanderwege für jeden Geschmack und jede Kontition. Von einem bis 20+ km. Aber Sonnenschutz, Getränke und Kopfbedeckung nicht vergessen!
  • Devils Marbles: Auf dem Stuart Hwy. Richtung Norden nach Darwin lohnt sich 100 km südlich von Tennant Creek bzw. 400 km nördlich von Alice Springs ein Stopp bei den Devils Marbles, von den Aborigines Karlu Karlu genannt. Es sind mehrere Tausend runde Granitfelsen, die hier übereinander und in der Gegend herumliegen. Beim Herumlaufen sollte man sich aber besser nicht in den Granitspalten festhalten. Ich hatte das gemacht, bis mein Sohn plötzlich von hinten rief: ‚Hand weg, ein Inlandtaipan!‘ Er konnte die Schlange aus seiner Perspekive sehen, ich aber nicht. Sie hielt in der Felsspalte ihren Mittagsschlaf. Es ist die giftigste Schlange der Welt. Und sehen wollten wir die schon gerne, aber so nah dann auch wieder besser nicht.
  • Kakadu Nt’l. Park: 1.000 km nördlich von Alice Springs liegt der Kakadu Nt’l. Park. Es ist der größte Nationalpark Australiens. Mit Möglichkeiten zum Wandern, Baden, Tierbeobachtung und Bestaunen von Felszeichnungen der Aborigines. Am besten hat uns eine Bootstour früh morgens vor Sonnenaufgang gefallen. Auf der konnte man nicht nur Salzwasserkrokodile ganz nah sehen, sondern auch Seevögel, Büffel und andere Tiere, die am Ufer grasten. Schau‘ mal in die Fotogalerie. Einige Straßen im Park konnten wir allerdings nicht befahren. Durch früh einsetzenden heftige Frühjahrsregenfälle schon Ende August waren sie wegen Hochwasser unpassierbar.
  • Litchfield Nt’l. Park: Gegenüber des Kakadu Nt’l. Parks, auf der anderen Seite des Stuart Hwy., liegt der Litchfield Nt’l. Park. Viel kleiner als der Kakadu. Von Darwin nach 120 km gut zu erreichen und auch ohne geländegängiges Fahrzeug gut zu befahren. Natur pur mit vielen Camping- und Badeplätzen.
  • Darwin: In der Großstadt (120.000 EW) und Hauptstadt des Northern Territory gibt es nicht mehr viele alte Gebäude. Viele wurden bei Luftangriffen im 2. Weltkrieg zerstört. Die  restlichen hat dann 1974 der Zyklon Tracy vernichtet. Zum Baden, Essen, Einkaufen ode Entspannen lädt die moderne ‚Waterfront‘ ein. Baden konnten wir damals aber nicht, weil die Salzwasserlagune wegen zu vieler Krokodile geschlossen war. Die Ranger erzählten, es kämen nachts mehr als sie am Tag wieder wegschaffen könnten. Es gibt dort übrigens auch eine kombinierte 3D Ausstellung zum Royal Flying Doctor Service und den Geschehnissen im 2. Weltkrieg in Darwin. Interessant in diesem Zusammenhang auch die begehbaren Öl-Lager-Tunnelsysteme unter der Stadt. Die hatte man im 2. Weltkrieg als Treibstoff-Vorratsbehälter angelegt. Heute sind sie Museum zur damaligen Geschichte.
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