Salam Kirgizstan – Hallo Kirgistan

Berge in Kirgistan
Flagge von Kirgistan

Flagge von Kirgistan. Das Zeichen in der Mitte stellt die Stäbe am Dach einer Jurte dar

Kirgistan, Kirgisien, Kirgisistan und – offiziell – Kirgisische Republik. Das kleine Land zwischen Kasachstan und China, Usbekistan und Tadschikistan hat viele Namen.

Ich bleibe hier mal bei Kirgistan – das klingt schick und passt auch am besten zu den anderen ‚-stan‘ Staaten.

Lage von Kirgistan

Wo liegt eigentlich Kirgistan? Genau hier – zwischen Kasachstan und China, Usbekistan und Tadschikistan

Neben der üblichen Karte meiner Strecke gibt’s hier zusätzlich auch mal eine Übersichtskarte. Damit ihr seht, wo dieses kleine Hochgebirgsland überhaupt liegt.

Und es liegt hoch. Sehr hoch. Im Tian-Shan Gebirge. Und der Südwesten im Alaigebirge, das dann ins Pamirgebirge übergeht. Mit Gipfeln zwischen 5.000 und 7.500m. Auch ich habe mich hier meistens auf einer Höhe zwischen 2.000 und 4.000m aufgehalten.

Meine Route in Kirgistan

Meine Route durch Kirgistan

Meine Route. Meistens in einer Höhe zwischen zwischen 2.000 und 4.000m

Zunächst ging es von Karakol im Osten am Südufer des Yssykköl entlang bis nach Kotschkor. Und von dort aus weiter über Naryn nach Tasch Rabat. Fast an der Grenze zu China. Dann nördlich zum Songköl und von dort zurück zum Yssykköl, dieses Mal auf die Nordseite.

Bevor ich schließlich in die Hauptstadt Bischkek kam, habe ich noch einen kleinen Umweg in der Nähe der Stadt Tokmok gemacht. Zum Burana Turm.

Von der Grenze nach Karakol

Es ist ein kleiner Grenzübergang. Und er ist nur tagsüber von 8.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Mit 2 Autos vor uns ging die Einreise schnell und problemlos.

Auf der kirgisischen Seite habe ich mich sofort nach einer Haftpflichtversicherung für den Wagen erkundigt. Doch man hat mir – auch auf mehrfaches Nachfragen – versichert, dass die bei einem Aufenthalt unter 60 Tagen in Kirgistan nicht notwendig sei. Also gut, Kirgistan war das einzige Land auf meiner Reise, wo ich dann ohne lokale Autoversicherung gefahren bin.

Nahe der kirgisischen Grenze im Gebirge

Von der Grenze nach Karakol ging es eine ganze Weile auf einem Track durch die Berge

Die 85 Kilometer bis Karakol waren schnell geschafft. Obwohl es nur die ersten 10 km eine Straße gab – und dann wieder 50km vor Karakol. Dazwischen sind wir über einen Track im Gebirge gefahren. Auf dem verschiedene Vieherden unseren Weg kreuzten. Auf einer Anhöhe trafen wir noch ein französisches Pärchen, das hier mit ihrem VW-Campingbus unterwegs war.

In Karakol setzte ich das deutsche Paar, das ich von Kegen mitgenommen hatte, an ihrem Hostel ab. Und fuhr dann schleunigst in meine Unterkunft. Denn mein Magen meldete sich mal wieder.

Krank im Hotel

Frühstück in Karakol

Das Frühstück in Karakol konnte ich leider nicht genießen

Daher konnte ich mit dem nett gedeckten Frühstückstisch am nächsten Morgen auch nicht viel anfangen. Und nahm mir nur ein paar Brote auf’s Zimmer. Für später.

Die Sehenswürdigkeiten der Stadt interessierten mich erst mal nicht, sondern nur 3 Dinge. Bargeld, eine Apotheke und eine SIM Karte. In dieser Reihenfolge. Am liebsten wäre ich als erstes zur Apotheke gegangen, aber ich wusste nicht, ob dort Kreditkarten genommen werden.

Kirgisische Geldscheine

Wieder ein neuer Wechselkurs. Diesmal in SOM

Der ATM in der Innenstadt spuckte mir Bargeld aus. Hier heißt die Währung nicht mehr Tögrög und Möngö (Mongolei) oder Tenge und Tiyin (Kasachstan) sondern Som und Tyjyn. Wobei es für einen Euro etwa 80 Som gab.

Auch eine Apotheke war schnell gefunden. Die waren in fast allen Ländern auf meiner Reise mit dem russischen Wort ‚Aптека‘ gekennzeichnet. Ich brauchte dort nur auf meinen Bauch zu zeigen und erhielt eine Packung ‚Immodium‘.

Nachdem ich schließlich auch eine lokale SIM Karte hatte ging ich schleunigst wieder zu meiner Unterkunft. Es dauerte dann aber noch bis zum Abend des nächsten Tages, bis das Medikament endlich wirkte.

Weil ich mich erst richtig auskurieren wollte, habe ich statt der ursprünglich geplanten 2 Nächte allerdings 4 Nächte in Karakol verbracht.

Ein spektakuläres Himmelsereignis

Totale Mondfinsternis

Totale Mondfinsternis

In der dritten Nacht war ich aber schon wieder soweit o.k., dass ich mir die totale Mondfinsternis ansehen konnte. Und die war hier besonders gut zu sehen, weil es durch die Zeitverschiebung gegenüber Mitteleuropa bereits nachts um halb drei war. Die Wolken hatten sich auch verzogen, sodass eigentlich keine weiteren Störungen zu erwarten waren.

Die gab es dann allerdings doch. In Form des benachbarten Bäckers, der pünktlich um 2 seine Öfen mit Holz anheizte. Und durch den Wind zogen die dicken Rauchschwaden ständig vor meine Linse. Aber ein paar Fotos konnte ich dann trotzdem noch machen…

Karakol

Weil der Ort an einem Pass über das Tian-Shan Gebirge liegt, war er lange Zeit wichtiger Handelsplatz für Reisende auf der Seidenstraße. Heute beginnt hier langsam wieder eine touristische Entwicklung. Zum einen durch Reisende, die dieser alten Handelsroute folgen wollen. Und zum anderen durch die Angebote von Trekkingtouren in die Berge des Tian-Shan. Auch das Pärchen, das ich aus Kasachstan mitgenommen hatte, wollte hier wandern.

Russisch-orthodoxe Kirche in Karakol

Die russisch-orthodoxe Kirche in Karakol. Ganz aus Holz

Ich habe mir die russisch-orthodoxe Kirche angesehen. Ganz aus Holz gebaut, aus dem Jahre 1895. Als ich dort hineinschaute, wunderte ich mich über die vielen Besucher. Alles Touristen? Keineswegs. Nach einer Weile wurde die Tür geschlossen und ich befand mich inmitten einer Taufzeremonie.

Raus konnte ich nicht, denn Dielen und Tür quietschten. Überdies drehten sich die Gläubigen in unregelmäßigen Abständen alle gleichzeitig um und schauten dann zum Ausgang statt zum Altar. Das gehörte wohl zum Ritual. Da wäre mein Verschwinden etwas peinlich gewesen. Also blieb ich mal die Stunde in einer Ecke in dieser Kirche.

Markt in Karakol

Markt in Karakol

Danach war noch etwas Zeit, sich auf einem Markt umzusehen. Gerne hätte ich den großen Viehmarkt in Karakol besucht. Aber der fand leider nur sonntags statt. Also war ich auf einem ganz normalen Wochenmarkt. Auch ganz spannend.

 

Am Südufer des Issykköl entlang

Berge auf der anderen Seite des Issykköl

Berge auf der gegenüberliegenden Seite des Issykköl

Die Weiterfahrt nach Kotschkor verlief ohne Besonderheiten. Wenn man vom faszinierenden Bergpanorama absieht, das sich vor mir immer wieder in anderen Facetten zeigte. Und an manchen Stellen konnte ich schemenhaft auch eine riesige Gebirgskette am gegenüberliegenden Seeufer erkennen.

Fairytale Canyon, Kirgistan

Fairytale Canyon

Nach ziemlich genau 100 Kilometern erreichte ich den ‚Fairytale Canyon‘. Oder kirgisisch ‚Skaza (Märchen) Canyon‘. Beinahe hätte ich den Abzweig von der Hauptstraße nach links verpasst. Denn der liegt an einer Stelle, von der es auch einen hübschen Blick nach rechts auf den See gibt.

Der Canyon ist viel kleiner als der Scharyn Canyon in Kasachstan. Und auch nicht so tief. Aber dafür ein Gewirr aus kleinen, Hügeln, Felsen und Bergen in vielen Formen und Farben. Bunter Sandstein von gelb über braun bis rot.

Fairytale Canyon, Kirgistan

Und im Hintergrund der Issyköl

Hier kann man sicher stundenlang herumlaufen und auf die Hügel klettern. Aber leider fing es an zu nieseln. Und ich wollte am Nachmittag noch Kotschkor erreichen. Denn eine Unterkunft konnte ich dort nicht vorab buchen. Hotels.com und booking.com zeigten mir keine freien Zimmer an. Aber egal, irgendetwas würde ich vor Ort schon finden.

Unterkunftssuche in Kotschkor

Die Suche nach einer Unterkunft war mühsam. Ob es die geographischen Lage ist – Kotschkor liegt an der Kreuzung von Fernstraßen von Nord nach Süd und von Ost nach West, oder ob es am Wochentag lag – es war Sonntag:

Meine Vermieterin in Kotschkor

Jedenfalls schien hier alles ausgebucht zu sein. Zu Fuß fragte ich in ein paar Guesthouses nach einem Schlafplatz, denn groß herumrangieren wollte ich mit dem Auto in den engen Straßen nicht. Ich hatte mich bereits darauf eingestellt, vielleicht noch weiterfahren zu müssen. Da rief im dritten Hotel schließlich eine freundliche Kirgisin ihren Sohn.

Der Landcruiser hat seinen Schlafplatz

Der sollte mich ein paar Straßen weiter zu einer Privatunterkunft bringen. Und dort fand der Landcruiser einen Schlafplatz im Hof und ich einen im Haus. Mit Blick in Gärten und dahinter wieder auf hohe Berge.

 

 

Und ich einen schönen Blick auf die Berge hinterm Haus

Später am Abend kam noch eine französische Familie an, die am nächsten Morgen von einem Veranstalter zu einer Wander- und Reittour abgeholt wurde. Im Wohnzimmer des Hauses gab’s für uns alle ein Abendessen. Traditionell, auf Teppichen sitzend, an einem niedrigen Tisch.

 

Weiter nach Tasch Rabat

Kirgistan

Unterwegs von Kotschkor nach Tasch Rabat

Tasch Rabat liegt nahe der heutigen Fernstraße zwischen Kirgistan und China über den 3.800m hohen Torugart Pass im Tian-Shan Gebirge. Daher ist die Straße auch gut ausgebaut. Nur die letzten 15 Kilometer ging es über einen unbefestigten Track.

 

Tasch Rabat, Kirgistan

Sieht fast so aus, als würde gleich die Karawane aus den Bergen kommen

Es ist eigentlich kein Ort sondern lediglich ein einziges Gebäude. Eine alte Karawanserei an der Seidenstraße, fast an der Grenze zu China. Ursprünglich wurde das Gebäude wohl im 9. oder 10. Jahrhundert als Kloster erbaut. Ob als christliches oder als buddhistisches, darüber streiten sich die Gelehrten.

 

Jurtencamp Tasch Rabat, Kirgistan

Ladies und Gentlemen, die Toiletten sind auf der rechten Seite!

Jedenfalls wurde es ab dem 14. oder 15. Jahrhundert als Karawanserei genutzt. In einer Höhe von 3.100m für Reisende und Karawanen auf ihrem Weg von China nach Europa. Oder umgekehrt. Zum Schutz vor Schneestürmen im Winter und vor Wegelagerern.

 

 

Am Abend wurde der Ofen geheizt

Übernachtet habe ich hier in einem Jurtencamp. In jeder Jurte gibt es 5-6 Schlafplätze. Weil das Camp nicht ausgebucht war, hatte ich eine Jurte ganz für mich alleine. Abends wurde in jeder Jurte ein alter Holzofen angeheizt. Denn trotz Sommer war es in dieser Höhe doch nachts recht frisch. Aber ich hatte im Wagen ja noch einige Schlafsäcke aus Australien. Von meinem Sohn aus seiner work&travel Zeit dort.

Von Tasch Rabat zum Songköl

Am nächsten Morgen bekam ich im Camp den Tip, Richtung Songköl einfach quer über eine Hügelkette bis zur nächsten Straße fahren. Damit würde ich 100 km Strecke einsparen. Gut gemeint, aber so klappte das nicht. Auf Google Maps war keine Verbindung über die Berge eingezeichnet. Und entweder der Wagen lag am Berg schon so schräg, dass ich Bedenken hatte, dass er umkippt. Oder ich landete statt auf irgendeiner Straße an einsamen Gehöften in den Bergen.

Berge in Kirgistan

Rechts und links der Straße…

Also zurück zur Hauptstraße und dort auf dem ganz offiziellen Weg zum Songköl. Wikipedia schreibt dazu lapidar: „(Der Songköl) ist während der Sommermonate (Juni–September) mit geländegängigen Personenkraftwagen über zwei „Straßen“ zu erreichen…“ Bei den Kirgisen, die ich am Fuße der Passstraße fragte, klang das jedoch ganz anders: „Ganz einfacher Weg…“, „gut zu fahren…“, „kein Problem…“

Berge in Kirgistan

…wurden die Berge höher und steiler

Die Wahrheit lag wohl – wie so oft – in der Mitte. Ich fand den Track zum See hinauf nicht so schwierig wie später den Abano Pass in Georgien. Und ich brauchte auch keinen Allradantrieb. Andererseits, bei starkem Regen oder Gewitter hätte ich bei dem teilweise recht steilen Anstieg und auf dem Geröll wohl schon Bedenken gehabt.

 

Songköl, ein  zweiter großer See in Kirgistan

Modernes und traditionelle Transportmittel

Nach dem Yssykköl ist der Songköl der zweite große See in Kirgistan. Er liegt auf einer Hochebene in 3.000m Höhe. Ein Track führt um ihn herum und die angrenzenden Grasflächen dienen im Sommer als Weidefläche für Pferde, Schafe und Ziegen.

Zwischen Juni und September wird er ca. 11 Grad warm. Also nichts zum Baden. Und im Winter (November bis Mai) ist er zugefroren.

Jurtencamp am Songköl

Jurtencamp am Songköl

Es war schon gegen Abend und ich habe erst mal ein Jurtencamp zur Übernachtung gesucht. Davon gab es hier oben nur ein paar. Buchen konnte ich die natürlich vorher nicht. Denn diese Unterkünfte sind in keiner Hotel-App gelistet.

 

 

Schlafenszeit!

Also musste ich mich darauf verlassen, dass etwas frei ist. Und tatsächlich: Obwohl schon kleine Reisegruppen aus Japan, Korea und Israel dort übernachteten, gab es noch eine freie Jurte. Die letzte.

 

 

Songköl

Arbeit oder Freizeit?

Im Video unten könnt ihr ein paar Ausschnitte von meiner  Fahrt zum Songköl und einige Drohnenaufnahmen vom See sehen.

Die kurze Zeit bis zum Abendessen habe ich übrigens zum Duschen genutzt. Denn spät abends und früh morgens kann es an den Sanitäranlagen eines Jurtencamps schon zu Warteschlangen kommen.

Zurück zum Yssykköl – diesmal an die Nordseite

Berge in Kirgistan

Auf dem Weg zum Issykköl

Am nächsten Morgen bewölkte es sich wieder. Das Wetter scheint sich hier in den Bergen häufig zu ändern. Und zwar manchmal ziemlich schnell. Ich hatte jedenfalls auf dem ersten Stück zurück ins Tal Nieselregen und Schneetreiben. Anfang August!

Doch nach den ersten 80km ins Tal waren die restlichen 200km überhaupt kein Problem mehr. Die Straßen waren hervorragend ausgebaut, nur das letzte Stück am Seeufer fehlte noch.

Güterzug in Kirgistan

Eine der wenigen Eisenbahnstrecken in Kirgistan

Der Hauptort Tscholponata, in der Mitte des nördlichen Seeufers, war zu Sowjetzeiten ein beliebter Touristenort. Und heute wieder. Mit vielen Hotels, Sanatorien und Guesthouses.

Ich hatte schon unterwegs eine Unterkunft in einem kleinen Guesthouse gebucht. Aber als ich ankam stellte ich fest, dass die angegebene Adresse nicht stimmte. Das Guesthouse gab es dort nicht. Und man kannte es auch nicht.

Manche Touristen bringen selbst ihr Brennholz für den Grill mit

Doch ich hatte Glück, der Inhaber des Guesthouses rief mich nachmittags an. Und fragte mich, ob ich denn noch komme. Dabei stellte sich heraus, dass die Unterkunft zwar in der Nähe von Tscholponata liegt, aber eben nicht in der Stadt. Sondern in einem Vorort, 8 km die Hauptstraße zurück Richtung Westen.

 

Yssykköl, das Meer von Kirgistan

Berge am Issykköl

Die Bergkette am Issykköl…

Nach dem Titicacasee in Südamerika ist der Yssykköl der zweitgrößte Gebirgssee der Erde. Auf 1.600m Höhe, 180 km lang und 60 km breit. Da passt die Bezeichnung ‚kirgisisches Meer‘ schon ganz gut.

Und was für ein Unterschied zum Vormittag. Hatte es am Songköl noch geschneit, waren hier nachmittags 25 Grad. Obwohl es im Winter auch bis zu -20 Grad kalt werden kann, friert der Yssykköl (=heißer See) aber nicht zu.

Issykköl, Kirgistan

…hält wohl auch den Regen etwas fern

Warme Quellen am Seegrund, schneller Wasseraustausch zwischen oberen und unteren Wasserschichten und ein leichter Salzgehalt machen’s möglich.

Mit dem Besitzer des Guesthouses hatte ich gleich einen guten Kontakt. Und sein Sohn hat mir am nächsten Tag die Umgebung und den Strand gezeigt.

Dies russische Hotel wurde nie zuende gebaut

Dabei sind wir auch auf die Ruine eines russischen Hotelrohbaus aus den 80er Jahren geklettert, um von oben ein paar Fotos zu machen. Nach dem Untergang der Sowjetunion ist dieser Bau nie fertiggestellt worden.

Bevor ich weitergefahren bin gab man mir dann noch eine Telefonnummer. Wenn ich in Bischkek wäre, sollte ich einen anderen Verwandten anrufen. Der wollte mir dann die der Hauptstadt von Kirgistan zeigen. Wie nett!

Abstecher zum Burana Turm

Burana Turm, Kirgistan

Der Burana Turm bei Tokmok gilt als Wahrzeichen Kirgistans

Doch bevor es soweit war, habe ich auf dem Weg dorthin noch einen Abstecher zum Burana Turm gemacht.

Der ist eines der Wahrzeichen von Kirgistan. Von einem wichtigen antiken Handelsplatz an der Seidenstraße in Zentralasien steht nur noch dieser Turm.

Ursprünglich war es ein Minarett der dortigen Moschee. Und er war wohl früher auch 40 m hoch. Heute sind davon nach einem schweren Erdbeben nur noch 22 m übriggeblieben.

Herzlichen Glückwunsch!

Aber trotzdem sehr eindrucksvoll vor dem Hintergrund der Hochgebirgskette.

Offensichtlich auch ein beliebtes Ausflugsziel. Jedenfalls fand auf dem Platz neben dem Turm gerade eine ausgelassene Hochzeitsfeier statt.

 

Bischkek, Hauptstadt von Kirgistan

Mit dem Fahrrad durch Bischkek

Nach einem Telefonat mit dem Verwandten des Guesthouse-Betreibers am Yssykköl verabreden wir uns für den nächsten Tag. Er will mir die Stadt mit dem Fahrrad zeigen. Und dadurch komme ich natürlich auch an Ecken, die wohl ein Tourist sonst nicht zu sehen bekommt. Kleine Wohnstraßen, Parks, Ruinen von ehemaligen Industriebetrieben.

Durch die City
Ala-Too Platz Bischkek

Ala-Too, der zentrale Platz in Bischkek. Mit Statue von Manas, einem mythischen Volkshelden und Nationalmuseum. Lenin musste hinters Museum umziehen

Aber natürlich auch die großen Plätze, breiten Boulevards und großen Gebäude in der Innenstadt.

Groß meint hier übrigens nicht hoch. Im Gegensatz zu Astana gibt es hier keine richtigen Hochhäuser.

Vielleicht wegen der Erdbebengefahr im gesamten Tian-Shan Gebirge. Vielleicht aber auch, weil Kirgistan wirtschaftlich noch nicht so entwickelt ist wie Kasachstan. Die jungen Leute versicherten mir jedenfalls glaubhaft, dass sie sich hier in der Stadt sehr viel wohler fühlten als in moderneren Großstädten.

Ala-Too Platz Bischkek

Ein anderer Teil des Ala-Too Platzes

Wenn man jedoch von Ulaanbaatar und Astana kommt, fühlt man sich in Bischkek um ein paar Jahrzehnte zurückversetzt.

Beim Lunch erfahre ich noch weitere interessante Dinge über Bischkek. So hieß die Stadt früher Pischpek. Nach dem Gefäß zur Zubereitung von Kumys, der fermentierten Stutenmilch. Alltagsnahrung in Zentralasien.

Warum wird eine Stadt nach so einem Gefäß benannt? Keine Ahnung. Andererseits, warum heißt eine Stadt ‚Darmstadt‘? Auch nicht viel besser 😉

Alt und jung beim Schachspiel

In der Sowjetära wurde sie dann in ‚Frunse‘ umbenannt – nach einem Militärführer im russischen Bürgerkrieg.

Erst nach der Unabhängigkeit Kirgistans 1991 bekam sie wieder ihren kirgisischen Namen Bischkek.

 

Manchmal liegen die Stände mit Erfrischungsgetränken nur 5m auseinander

Eine Besonderheit sind die vielen Stände mit Erfrischungsgetränken in der Stadt. An jeder Straßenecke werden vom Frühjahr bis zum Herbst Maksym, Chalap und Kwas verkauft. Meistens von Frauen zwischen 18 und 68, die den ganzen Tag an ihren Ständen stehen. Das Geschäft liegt in den Händen von zwei großen Firmen und läuft scheinbar glänzend.

Und zum Zentralmarkt

Am Nachmittag sind wir dann noch durch den Osch-Basar geschlendert. Das sind die zentralen Markthallen in Bischkek.

Osch Basar Bischkek

Osch Basar Bischkek

Mit einem Riesenangebot an Lebensmitteln, Gewürzen und Blumen.

Leider waren Teile des Basars jedoch noch gesperrt, da es einige Monate zuvor mehrere Brände gegeben hatte.

Und meine Begleiter hatten die ganze Zeit über auch immer den nächsten Ausgang im Blick…

Mhhh, lecker!

Blumen der Saison

Nicht zu viele essen, die sind ganz schön salzig!

Keine Ahnung, was das ist. Das sollte ich nicht probieren…

 

Abschied von Kirgistan

Etno Kompleks Supara Bischkek

Etno Kompleks Supara

Am Abend werde ich noch zu einem Dinner eingeladen. In den ‚Etno Kompleks Supara‘, 15km vom Stadtzentrum entfernt. Ein Restaurant mit kirgisischen Spezialitäten. Und dazu ein kleines Museum mit historischen Handwerksgeräten.

Die jungen Leute wollen sich mit einer Reiseagentur selbständig machen. Darüber diskutieren wir beim Essen ein wenig.

Autofahren geht mit dem Kalpak aber nicht. Nur in englischen Taxis

Und am Ende des Abends werde ich von ihnen dann zum Kirgisen ehrenhalber ernannt. Und sie schenken mir zum Abschied einen ‚Kalpak‘, den traditionellen kirgisischen Männerhut. Den ich „stets mit Stolz“ tragen soll.

Etno Kompleks Supara Bischkek

Der Gründer von ‚Supara‘ hat noch mit Papier und Stift gearbeitet. Oder ist das ein touch screen laptop und pen? Und nein, ich habe mich nicht bekleckert! Das ist ein T-shirt Aufdruck

 

Früh am nächsten Morgen verlasse ich die Hauptstadt Kirgistans. In Richtung kasachische Grenze im Westen. Bis dahin sind es nur 100 km und ich komme gut voran. Aber vor der Grenze ein langer Stau.

Allerdings nur auf der rechten Spur für die LKWs. Die PKWs können links dran vorbeifahren. Und da das nur recht wenige sind, stehe ich bald vor dem Schlagbaum. Hier wird dann abwechselnd immer ein PKW und ein LKW in den Grenzbereich hineingelassen.

Die Abfertigung auf kirgisischer Seite ist in 30 Minuten erledigt. Und auch auf der kasachischen Seite dauert es nur eineinhalb Stunden. Dann bin ich noch am Mittag wieder in Kasachstan.

Wie immer hier ein kurzes Dashcam-Video und einige Drohnenaufnahmen (2m 34s; Musik: A New Beginning – http://www.bensound.com).

  • Von der kirgisischen Grenze nach Karakol
  • Von Naryn zum Songköl
  • Vom Songköl zum Issykköl
  • Bischkek
  • Kirgisische Grenze zu Kasachstan

Und zum Schluss mein YouTube Video über Kirgistan von 2019 (12m 34s)

Was ich in Kirgistan leider nicht gesehen habe

Den Südwesten, insbesondere auch nicht die Stadt Osch. Einen 3000 Jahre alte Ort an der usbekischen Grenze. Zwar wäre ich eigentlich gerne von Kirgistan über Usbekistan nach Turkmenistan gefahren.

Einmal ist diese Strecke ans Kaspische Meer rund 800 km kürzer als die bis zur kasachischen Hafenstadt Aktau. Zum anderen soll die Fährverbindung nach Aserbaidschan von der turkmenischen Stadt Türkmenbashi stabiler sein als die von Aktau.

Doch leider war das nicht möglich. Nach Usbekistan und Turkmenistan durfte ich definitiv keine Drohne einführen.

Berge in Kirgistan

Noch ein Blick zurück nach Kirgistan, die Schweiz Zentralasiens

Damit blieb nur der Weg durch das westliche Kasachstan. Wie es dort für mich weiterging, das erfahrt ihr im nächsten Post.

Heute sage ich erst mal Tschüss Kirgistan. Nach der Mongolei warst du mit Sicherheit das zweite Highlight auf meiner Reise.

Cheers, Rüdiger  😎

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