Hallo Deutschland

Flagge von Deutschland

Flagge von Deutschland

Samstag, der 24. November 2018, 12:57 Uhr. Ich war wieder in Deutschland. Von der Grenze zwischen Deutschland und Österreich hätte ich gar nichts gemerkt. Wenn an der Bundesstraße nicht plötzlich das Hinweisschild zu den erlaubten Geschwindigkeiten in Deutschland gestanden hätte.

Es gab keine Kontrollstelle, kein Gebäude, keine Landesflaggen, nichts. Nur wenn man genau hinschaut, sieht man auf dem Foto eine rot-weiße Schranke im Hintergrund, die wohl bei Bedarf für eine Kontrolle geschlossen wird.

Grenze Österreich - Deutschland

Jetzt bin ich wieder in Deutschland

Hier habe ich dann doch erst mal angehalten. Nicht nur, um das Foto zu machen. Sondern auch, um noch mal zu verstehen, dass ich es wirklich geschafft hatte.

Gut, ich war noch nicht zu Hause. Bis dahin fehlten noch 630 Kilometer. Aber schon so gut wie. Denn wenn jetzt noch etwas mit dem Landcruiser sein sollte genügte ein Anruf, und der Automobilclub würde ihn mir zu Hause vor die Garage stellen.

Das war auf der ganzen Fahrt meine größte Sorge gewesen. Dass irgendetwas mit dem Wagen sein könnte und ich nicht mehr weiterkäme. Nun, es war nichts gewesen, außer den beiden Inspektionen in Kasachstan und Griechenland. Ich habe auf der ganzen Fahrt auch nicht einmal den Ölstand und Reifendruck kontrolliert.

Den Ölstand nicht, weil die Öldruckanzeige jeden Tag im grünen Bereich war. Und den Reifendruck nicht, weil ich dazu in den meisten Ländern erst mal einen Reifenhändler hätte finden müssen. Denn die Tankstellen hatten erst in Mitteleuropa Luftprüfgeräte.

Meine Route durch Deutschland

Meine Strecke durch Deutschland

Meine letzten 630km durch Deutschand

Für meine Fahrt durch Deutschland hatte ich mir noch drei Stopps vorgenommen: In Garmisch-Partenkirchen, in München und in Rothenburg ob der Tauber. Und zwar aus ganz bestimmten Gründen.

Von Garmisch aus wollte ich auf Deutschlands höchsten Berg, die Zugspitze in den Alpen. Die liegt da ganz in der Nähe.

Und in München wollte ich das Olympiagelände von 1972 besuchen. Dort war ich trotz mehrerer – meist dienstlicher – Aufenthalte in München noch nie gewesen.

Rothenburg ob der Tauber erreicht man zwar von Frankfurt aus auch in einem Tagesausflug. Aber ich war noch nie dort und wollte an meinem letzten Fahrtag nicht 400 Kilometer von München nach Frankfurt fahren.

Garmisch und Zugspitze

War es bei Innsbruck am Morgen noch sonnig gewesen änderte sich das zunehmend Richtung Garmisch. Es regnete in Strömen. Toller Empfang… So bin ich gegen Abend nur mal kurz über den Weihnachtsmarkt dort geschlendert. Und habe fürs Handy eine SIM-Karte für Deutschland gekauft.

Natürlich hätte ich in Deutschland auch die SIM Karte aus meinem deutschen Handyvertrag benutzen können. Aber der hatte nicht so richtig viel mobiles Datenvolumen. Weil ich das auch nie gebraucht hatte.

Mit der Zugspitzbahn auf den Gipfel

Eigentlich wollte ich am nächsten Tag mit der neuen Seilbahn auf die Zugspitze fahren. Die war erst im Dezember 2017 eröffnet worden. Und wirbt mit dem Slogan „Vom Tal bis zum Gipfel – State of the Art.“ Aber schon im September 2018 gab es dort einen Unfall. Und daher war sie bei meinem Besuch schon wieder stillgelegt…

Zugspitzbahn im Bahnhof Garmisch, Deutschland

Zuerst fährt die Zugspitzbahn noch als Eisenbahn. Erst später dann als Zahnradbahn

Daher habe ich dann am nächsten Morgen gleich den ersten Zug der alten Zahnradbahn genommen. Denn im Hotel meinte man, ab mittags könnte es dort voll werden. Zumal es ein Sonntag war.

Nach einer Stunde auf der Bergstation angekommen steigt man dann direkt um in eine kleine Seilbahn. Und fährt mit der in 5 Minuten noch mal 350m höher auf die Aussichtsplattform am Gipfel.

Tatsächlich hatte sich das frühe Aufstehen gelohnt. Ich brauchte mich hier oben nicht mit vielen anderen Touristen um die besten Plätze für Fotos zu streiten. Die kamen erst am Mittag, als ich mich bereits auf den Rückweg machte. Dann sieht es auf der Aussichtsplattform eher aus, wie in einem Abfluggate 😉

Das Gipfelkreuz auf der Zugspitze, Deutschland

Das Gipfelkreuz auf der Zugspitze

Das Gipfelkreuz der Zugspitze lag schon in der Sonne.

Von der Aussichtsplattform kann man da auch irgendwie rüber.

Aber das sollten besser nur Bergsteiger tun. Steht jedenfalls auch auf einem Schild dort. Mit Turnschuhen wird das eher nichts.

Tolle Sicht über die Alpen und ins Tal
Blick ins Tal von der Zugspitze, Deutschland

Blick ins Tal…

Obwohl die Aussichtsplattform ziemlich verbaut ist findet man doch überall Ecken, in denen man entweder eine wunderbare Aussicht ins Tal hat.

Oder über die umliegenden Berggipfel der Alpen.

 

Blick auf die Alpen von der Zugspitze, Deutschland

…und auf die Alpen

Und wer mag, der kann hier auch gleich nach Österreich weiterreisen.

Denn quer über den Gipfel der Zugspitze verläuft die Grenze zwischen Deutschland und Österreich.

Auch auf der österreichischen Seite gibt es eine Seilbahn. Übrigens schon seit 1926. Vier Jahre früher als die Zahnradbahn auf deutscher Seite.

Deutsch-österreichische Grenze auf der Zugspitze

Servus Österreich

Und hier ist Bayern (kleines Schild rechts). Warum kommt nur kein Bus?? 😅

Was allerdings die Haltestelle der Münchner Verkehrsbetriebe direkt gegenüber auf der Aussichtsplattform der Zugspitze soll, das hat sich mir nicht erschlossen.

Denn Busse und Straßenbahnen fahren hier jedenfalls nicht hoch. Marketing?

Zurück an der Bahnstation

Nach der kurzen Seilbahnfahrt zurück zur Bahnstation kann man dort entweder noch mal ein bisschen im Schnee herumlaufen.

Oder sich mit einem Kaffee in einem Liegestuhl des Bergrestaurants sonnen.

Das hat übrigens eine eigene Postleitzahl: 82475 Zugspitze. Ja, in Deutschland ist eben alles geregelt. Könnte ja sein, dass der Postbote sich sonst dort oben verläuft 😅

Am Nachmittag wieder unten im Tal angekommen erwartete mich das gleiche Wetter wie schon morgens. Grau und regnerisch.

Wie gut, dass ich den Tag auf dem höchsten Berg von Deutschland in knapp 3.000m Höhe verbracht hatte.

Nach München

Direkt am nächsten Morgen musste ich noch etwas ganz Wichtiges erledigen. Nämlich mir eine grüne Plakette für den Landcruiser beim TÜV besorgen. Die wird in Deutschland in den meisten Innenstädten von größeren Orten benötigt, wenn man dort mit dem Auto hineinfahren will. Und sie besagt, dass der Motor den gültigen Abgasstandards entspricht.

Also suchte ich mir gleich in der Nähe von Garmisch einen TÜV. Der Mitarbeiter fragte natürlich zuerst nach dem Fahrzeugschein. In dem die Abgasnorm des Autos eingetragen ist. Aber nicht bei einer Zulassung des Fahrzeugs in Australien.

Ich konnte ihm ja nur den selbst ausgedruckten Zettel der Zulassung in Australien zeigen. Mit den Angaben, die dort in der EDV hinterlegt sind. Und außer Kennzeichen, Fahrgestellnummer, Autotyp und Autofarbe steht da nicht viel.

Damit war ich zwar bisher 19 Mal über eine Grenze gekommen. Aber ob das bei einem deutschen TÜV-Mitarbeiter auch funktionieren würde?

Grüne Umweltplakette Deutschland

Hat geklappt! Ich habe eine grüne Plakette

Nachdem der Mann mit dem Papier nichts anfangen konnte, fragte er nach dem Baujahr des Wagens. 2011.

Und meinte dann nur knapp „Na, da wird er ja die Vorgaben wohl einhalten“. Und für 6 Euro bekam ich eine grüne Plakette für das australische Kennzeichen.

Wieder ein Meilenstein geschafft. Denn nun konnte ich bis zur Fahrzeuganmeldung in Deutschland fast überall mit dem Landcruiser herumfahren.

Nix mit Bayern Hymne „Gott mit dir, du Land der Bayern – unterm Himmel, weiß und blau“

Danke nochmal, an den freundlichen TÜV-Mitarbeiter im tiefsten Bayern!

Das Wetter war mir dagegen überhaupt nicht wohlgesonnen.

Je näher ich München kam, ums schlechter wurde es. Und das blieb auch leider die zwei Tage dort so.

Olympiagelände

Einen Parkplatz in München zu finden ist schwierig. Daher habe ich etwas außerhalb in Erding gewohnt und meine Tour mit der S-Bahn gemacht. Als erstes zum Olympia Gelände. Hier fanden 1972 die Olympischen Spiele statt. Und ich hatte einen ganz bestimmten Grund, warum ich das sehen wollte.

Denn im Sommer 1972 war ich bei der Bundeswehr. In Lüneburg. Und musste sonntagsabends von Hamburg nach Lüneburg mit dem Zug zur Kaserne fahren.

Und in diesem Zug waren während der Olympiawochen junge Leute aus vielen Ländern, die weiter nach München fuhren.

Fernsehturm München, Deutschland

Stattdessen grau, Schnee und Regen und nebelig

Die freuten sich auf eine schöne Zeit dort. Nur ich musste in Lüneburg aussteigen und mich am Montagmorgen wieder mit den militärischen Vorgesetzten rumärgern.

Deshalb wollte ich mir jetzt das Olympiagelände ansehen. Und vor allem auf den Fernsehturm. Nur, das Wetter war nicht danach.

Man konnte von der Aussichtsplattform oben nichts sehen.

Olympiastadion München, Deutschland

Aber das Olympiadach von 1972 ist immer noch faszinierend

Sogar die Frau an der Kasse fragte mich, ob ich denn da wirklich hoch wollte, denn das war nicht ganz billig. Ja, das wollte ich, auch wenn ich von dort oben wirklich nichts – aber auch gar nichts – gesehen habe. Dafür war ich aber der einzige Besucher…

Unten war es zwar auch nicht viel besser, aber ich bin dann doch noch drei Stunden über das Gelände gelaufen. Und habe mir vorgestellt, wie es wohl im Sommer 1972 hier ausgesehen hat.

Innenstadt

Auch in der Innenstadt war es nicht anders als am Oberwiesenfeld auf dem Olympiagelände.

Mal regnete es, mal schneite es.

Und jeder versuchte, so schnell wie möglich wieder ins Warme und Trockene zu kommen.

 

Frauenkirche München, Deutschland

Ein Wahrzeichen von München: Die Frauenkirche

Immerhin bin ich auch noch drei Stunden in der City herumgelaufen und habe mir dabei wenigstens mal die Frauenkirche angesehen.

Die liegt auch in der Altstadt und zählt zu den Wahrzeichen von München.

Gebaut wurde sie bereits 1494, aus Backstein.

Die Türme sind fast 100m hoch und von weither sichtbar. Auch, weil in der Innenstadt schon lange kein anderes Gebäude höher als 100m gebaut werden darf.

Auf dem Weg zurück zur S-Bahnstation kam ich dann am Hofbräuhaus vorbei. Da musste ich erst mal rein und mich aufwärmen.

Hofbräuhaus München, Deutschland

In München steht ein Hofbräuhaus – oans, zwoa, g’suffa…

Das Hofbräuhaus steht schon seit 1607 an der heutigen Stelle. Aber das jetzige Gebäude wurde erst 1897 errichtet.

Die Bierbrauerei wurde dabei an eine andere Stelle verlegt. Und übrig blieb hier der Bierausschank mit der Gastwirtschaft.

Die sichert dem bayerischen Staat beträchtliche Einnahmen. Denn erst gehörte sie den bayerischen Herrschern und seit 1852 dem Staat. Tägliche kommen bis zu 35.000 Besucher aus aller Welt. Und die lassen sich ihr Bier schon was kosten.

Hofbräuhaus München, Deutschland

Komponiert haben soll das Lied ja angeblich ein Berliner. Geht gar nicht…

Im Erdgeschoß gibt es Platz für 1.000 Personen, im Obergeschoß  für 1.500 weitere. Und noch mal 1.000 Gäste können in anderen Räumen bewirtet werden.

Gerne hätte ich mir noch die vielen anderen schönen Plätze von München angesehen. Oder den Englischen Garten.

Doch leider war dazu das Wetter einfach zu schlecht. Na ja, und so weit ist ja Deutschlands heimliche Hauptstadt von Frankfurt aus nicht.

Rothenburg ob der Tauber

Die 260 Kilometer von München nach Rothenburg ob der Tauber waren am nächsten Tag schnell gefahren. Allerdings macht das mit dem Landcruiser wenig Spaß auf einer deutschen Autobahn!

Denn ich fuhr konstant mit ca. 80 km/h. Einmal, um Sprit zu sparen. So brauchte ich ca. 11 Liter pro 100 Kilometer. Bei 100 km/h wären es jedoch bereits 13 Liter. Und zum anderen, weil so der Motor mit 2.000 – 2.200 Umdrehungen pro Minute nur gering belastet wird.

Die LKW fuhren jedoch mit etwa 85 bis 89 km/h. Obwohl sie auf der Autobahn eigentlich auch nur 80km/h fahren dürfen. Bergab und auf gerader Strecke wurde ich also von ihnen überholt. Während es dann an der nächsten Steigung andersherum war. Das war schon ziemlich nervig. Also fuhr ich nach einiger Zeit von der Autobahn ab und auf einer Bundesstraße weiter nach Rothenburg.

Zurück ins Mittelalter

Gasse und Stadttor Rothenburg ob der Tauber, DeutschlandStadtmauer, Türme, alte Häuser und enge Gassen. Das sieht man hier und auch auf dem Titelbild in diesem Post.

Kein Wunder, dass Rothenburg auch von vielen Touristengruppen aus China, Japan und den USA besucht wird. So wie Heidelberg.

Aber den kann man aus dem Weg gehen. Am frühen Morgen sind sie noch nicht da und am Nachmittag bereits weitergezogen.

Stadttor Rothenburg ob der Tauber, Deutschland

Wer früher nicht rechtzeitig wieder in der Stadt war, hatte Pech. Die Stadttore waren dann zu

Google Maps schickte mich mit dem Landcruiser quer durch die Stadt.

Obwohl ich ein kleines Hotel außerhalb der Stadtmauern hatte.

Doch irgendwann hatte ich das dann doch erreicht und konnte mich dann zu Fuß auf den Weg machen.

Blick vom Burggarten auf Rothenburg ob der Tauber, Deutschland

Vom Burggarten hat man einen schönen Blick auf Rothenburg

Erst mal durch die Stadt, über den Marktplatz bis ans Ende des Ortes zum Burggarten.

Denn von dort hat man einen tollen Blick auf Rothenburg und das Land ringsum.

Eine Burg gibt’s hier allerdings nicht mehr. Die wurde schon vor einigen Jahrhunderten abgerissen. Vermutlich von den Rothenburger Bürgern, die Steine für ihren Hausbau brauchten.

Stadtführung mit Nachtwächter

Abends in Rothenburg ob der Tauber, DeutschlandIrgendwo entdeckte ich dann einen Hinweis auf eine abendliche Stadtführung.

Mit dem Nachtwächter.

Der musste im Mittelalter nachts seine Runden durch die Stadt drehen, Wache halten und die Bürger vor Feuer, Überfällen und anderen Gefahren warnen.

Nachtwächter Rothenburg ob der Tauber, Deutschland

„Hört ihr Leute, lasst euch sagen…“ – Unterwegs mit dem Nachtwächter

Es war zwar ziemlich windig und kalt, trotzdem hatte sich am Abend eine kleine Gruppe von sieben Leuten am Rathaus eingefunden.

Und diese Führung hat sich wirklich gelohnt!

Sie dauerte knapp zwei Stunden und führte einmal quer durch die Stadt.

Stadttor abends Rothenburg ob der Tauber, Deutschland

 

Dabei hat uns der junge Mann viel und amüsant über die Geschichte von Rothenburg erzählt.

Falls ihr mal einen Abend dort verbringt, kann ich diese Führung wirklich nur empfehlen.

 

An und auf der Stadtmauer entlang
Stadtmauer Rothenburg ob der Tauber, Deutschland

Auf der Stadtmauer muss man aufpassen, sich nicht den Kopf zu stoßen

Am nächsten Morgen bin ich dann noch einmal um die Altstadt gelaufen.

Denn die Stadtmauer, die sie umgibt, ist begehbar.

Jedenfalls zu großen Teilen.

Immer wieder gibt es hier Treppen, die nach oben auf die Mauer führen.

Blick von der Stadtmauer Rothenburg ob der Tauber, Deutschland

Aber schöne Ausblicke hat man von hier oben

Am besten kann man sie auf dem Turmweg erkunden.

Der ist vier Kilometer lang und führt nicht nur zu den sechs Stadttoren.

Sondern zu vielen der insgesamt 42 Türme der Stadt.

 

Zunftzeichen Rothenburg ob der Tauber, DeutschlandDen Rathausturm und einen weiteren kann man auch besteigen.

Und von dort aus einen wunderschönen Blick über Rothenburg genießen.

Oder man macht von der Stadtmauer aus immer wieder mal einen Abstecher in die Stadt.

 

Coming home

Australischer Bierdeckel mit aufgemalten Kängurus

Dieser hübsche australische Bierdeckel steckte unterm Scheibenwischer

Als ich am nächsten Vormittag meine Sachen in den Landcruiser packte, fand ich dort eine nette Überraschung.

Irgendwer hatte sich wohl das Kennzeichen angesehen. Und dann diesen hübschen australischen Bierdeckel besorgt und mir unter den Scheibenwischer geklemmt. Wie schön!

Und ich konnte mich nicht mal dafür bedanken. Weil keine Adresse oder Telefonnummer dabei stand.

Autobahnschild Deutschland

Noch 196 Kilometer bis nach Hause

Dann war es soweit.

Am Freitag, den 30. November 2018 lagen die letzten 196 Kilometer meines Roadtrips von Australien nach Deutschland vor mir.

Leider wieder größtenteils bei sehr schlechtem Wetter, grau und regnerisch.

Bei Würzburg machte ich mittags noch mal Pause. Im Wertheim Village Outlet Center. Nicht, um dort etwas zu kaufen, nur zum Lunch.

Blick von oben auf ein Dorf

Wieder zu Hause

Und eigentlich hatte ich wenig Lust, nach Hause zu fahren.

Der Gedanke, dass es nun nicht mehr jeden Tag weiterging, der gefiel mir überhaupt nicht. Weiter nach Frankreich, Spanien und Portugal.

Mein Sohn hatte in Georgien mal ausgerechnet, dass die Strecke von Wladiwostok nach Lagos in Portugal die längste Strecke ist, die man weltweit auf der Straße fahren kann.

Parked Landcruiser / Geparkter Landcruiser

Mission completed!

Ich war nun 25.647 Kilometer gefahren. Ohne die Fähren über das Kaspische und Schwarze Meer 23.980 Kilometer.

Über Berge und durch Wüsten. An Seen entlang und durch Wälder. Durch einsame Landschaften und Millionenstädte.

Am Nachmittag um 15:30 Uhr stellte ich den Motor ab. Nach 234 Tagen wieder zu Hause. Aber es dauerte noch ein paar Wochen, bis ich auch selbst dort wirklich angekommen war.

Ruedi Returns

Wie beim Abschied Ende Januar versprochen, besuchte ich kurz vor Weihnachten meine ehemaligen Kollegen. Und es war ein großartiger Empfang!

Bei der Ankunft wurde ich schon vor dem Gebäude begrüßt. Mit Fahnen und einem riesigen Plakat.

Und drinnen gab es dann noch Kaffee und Weihnachtsgebäck. Unter dem Slogan „Ruedi Returns“. Auch den hatte sich meine Lieblingskollegin ausgedacht.

Die 18 Monate zuvor schon die Idee zu „Ruedi Retyres“ und diesem Blog hatte. Nachdem ich die Website „Rentner Goes Adventure“ ablehnte 😅

Wie gerne wäre ich am nächsten Tag gleich wieder arbeiten gegangen. Mit diesen tollen Kollegen!

Wieder in Deutschland

Spruch des Tages in einem Flyer im HotelEs ist möglich, ein Auto von Australien nach Deutschland zu fahren. Mit Ausnahme der Strecke über den Pazifik natürlich. Dazu fand ich den Spruch im Hotelprospekt in Garmisch-Partenkirchen ganz passend.

Egal, ob das nun der österreichisch-tschechische Schriftsteller Franz Kafka gesagt hat. Oder der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche, wie andere sagen. Oder der spanische Lyriker Antonio Machado, wie dritte meinen.

Im Jahr 2019 wurde der Landcruiser dann in Deutschland zugelassen. Auf Basis einer Einzelbetriebserlaubnis nach §21 StVZO. Wen es interessiert wie so etwas abläuft, der findet Einzelheiten dazu in einer .pdf Datei auf meiner Infoseite.

Gesamtstrecke 25.647 Kilometer

Und wenn 2020 die Pandemie das Reisen nicht unmöglich gemacht hätte, wäre ich damit schon im letzten Jahr über die Türkei und den Iran nach Dubai zur Expo gefahren.

Aber die ist ja nun auch verschoben. Vielleicht findet sie ja Ende dieses Jahres statt. Und dann geht’s wieder los.

Oder durch die Atacama Wüste in Südamerika. Oder einfach nur an die Ostsee. Durch Polen und die Baltischen Staaten nach Kaliningrad. Und weiter nach St. Petersburg und Finnland.

Oder einen Teil des Weges von Frankreich in die Mongolei, den meine polnischen Freunde nach der Pandemie vorhaben.

Ihr seht, Pläne gibt’s schon noch genug. Und wenn die Wirklichkeit werden, gibt’s auch wieder neue Posts an dieser Stelle.

Bis dahin Cheers, Goodbye und Auf Wiedersehen

Rüdiger 😎

Videos Deutschland

Zum Schluss noch meine Videos. Zuerst mal das Dashcam Video von Deutschland (4m 02s, 718 MB; Musik: World Map – Jason Farnham und Motivating and Upbeat Background Music – Morning Light Music).

  • Grenze zwischen Österreich und Deutschland
  • Garmisch-Partenkirchen
  • Zugspitze
  • München
  • Rothenburg ob der Tauber
  • Nach Hause
  • Ruedi Returns

Und das YouTube Video von 2019 über Österreich und Deutschland.

 

 

5 Kommentare zu “Hallo Deutschland

  1. Schade das die Reise nun zu Ende ist, aber prima das Du das alles so gut überstanden hast.
    Nun endgültig willkommen in der Heimat!

    Der letzte Bericht aus München hat mir auch nochmal eine eigene Erinnerungen gebracht:

    1972 stand ich, ohne Ticket, vor dem Olympiastadion, als der Fackelläufer kam und am Eingang warten musste.
    Er gab mir die Flamme, sozusagen als vorletzter Läufer.
    Dann konnte ich am VIP-Eingang, ohne Kontrolle, zwischen allen Staatsoberhäuptern mit zur Eröffnungsfeier.
    Später flog und fuhr ich noch nach Kiel und hatte da auch Glück in den Olympiahafen zu kommen.
    Eine geplante Reise zurück nach München zur Abschlussfeier, mochte ich nach den schrecklichen Ereignissen die folgten, nicht mehr machen.
    Mein Olympia-Fotoalbum wäre ein Zeitzeugen-Exemplar, meint meine Frau.

    Nun ja, man sieht wie sich die Welt verändert hat.

    Du hast es trotzdem geschafft auch ein Erlebnis gehabt zu haben,
    wovon viele träumen können.

    Bitte veröffentliche Deinen Block als Buch!

    Liebe Grüsse, Achim.

    • Hallo Achim,
      lieben Dank für deinen netten und ausführlichen Kommentar. Toll, was du damals in München erleben konntest! Du hattest das Glück, zu der Zeit nicht grade bei der Bundeswehr zu sein. Auf solche Erlebnisse und die Stimmung freuten sich die jungen Leute im Zug von HAM nach MUC sonntagsabends immer…

      Das mit dem Buch ist dann glaube ich doch noch mal eine andere Nummer als ein Blog. Vor allem weil ja dort dann auch die ganzen Videos fehlen würden.

      Aber was ich machen will ist, meine gesamten Websites mal offline zu speichern, auch mit allen attachments. Dann kann ich die späteren Interessenten zukommen lassen.

      Vor allem, wenn es den Webauftritt mal nicht mehr gibt. Noch habe ich den ja, aber auch der kostet pro Jahr rund 350 Euro…

      • Hallo Rüdiger,

        ja, Du warst damals beim Bund leider nicht abkömmlich. Schade.

        Auch ich habe zur selben Zeit gedient, allerdings als Zivi in Bethel.
        Da hatte ich die Möglichkeit zur Olympiade frei zu bekommen.

        Nun ja, die verschiedenen Lebensläufe ändern nichts an der Lust zum Reisen, wie auch immer.
        „Unsere“ Firma hat da sicher einiges mit zu beigetragen.

        Wünsche Dir weiterhin alles Gute und hoffe mal wieder auf einen persönlichen Austausch nach dem Lockdown.

        Gruss Achim

  2. Rüdiger, altes Haus, ich habe Deinen Blog stets mit großer Freude gelesen. So hat er mich in gewisser Weise an Stellen reisen lassen, die ich wahrscheinlich nie sehen werde.
    Deine Informationen in den Beiträgen, insbesondere die kulturellen, waren ausgesprochen wertvoll. Danke dafür !
    Mich hat aber eines gewundert: Wie bist Du so heil und ohne bestohlen zu werden durch die ganze Strecke gekommen?. Wahrscheinlich ist die Welt doch sicherer als man so glaubt.

    Ich hoffe natürlich wie so viele, dass wir bald wieder frei reisen können. Ich will übrigens zum Nordkap inkl Finnland usw. – vielleicht sehen wir uns dort 😉

    Alles Gute mein Freund!

    Armin

    • Moin Armin,
      lieben Dank für dein positives feedback! Deine Anmerkung zu möglichen „unschönen“ Erfahrungen auf der Reise kann ich gut verstehen. Ich hatte mir vor der Abfahrt auch mehr Sorgen gemacht, als dann schließlich nötig waren. Im Gegenteil, ich bin überall interessiert und freundlich empfangen worden.

      Allerdings habe ich mich auch an ein paar Grundregeln gehalten: Nachts nicht allein in einer fremden Stadt rumlaufen (oder fahren). Nicht alleine zelten (nur zusammen mit meinem Sohn im Kaukasus). Und den Landcruiser nur auf öffentlichen oder privaten Parkplätzen abstellen.

      Ich denke, mit ein bisschen gesundem Menschenverstand kann man seine Risiken deutlich minimieren. Aber der wird einem ja seit Jahren im Vollkaskomentalitätsstaat Deutschland systematisch abgewöhnt…

      Lass‘ uns gelegentlich mal wegen des Nordkaps reden. Liebe Grüße, Rüdiger

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