Von Cairns zur Bramwell Junction – Cape York Teil 2

beach drive cape york

Ausgangspunkt jeder Reise nach Cape York ist Cairns. Von dort machten wir uns auf den Weg zum 70 km entfernten Port Douglas. Immer am Meer entlang, mit tollem Blick auf die See bzw. die Berge auf der Landseite in den angrenzen Nationalparks. Wegen der doppelt hohen Benzinpreise im Outback haben wir unseren Wagen dort voll aufgetankt und Großeinkauf gemacht. Später würde das nur noch an ganz wenigen Orten möglich sein und alles würde doppelt so teuer werden. In den onboard Kühlschrank kamen Kängurusteaks und –würstchen, Milch, Obst und Butter, in den Gepäckraum Müsli, Konservendosen, Senf, Ketchup, Brot, Marmelade. Und natürlich Getränke, 10 Liter Cola, und weitere 25 Liter Wasser für jeden. Und Taschenlampenbatterien! Mehr Details zur Vorbereitung unseres Trips gibt es übrigens ➡ hier.

Nördlich des Daintree River beginnt die Wildnis

Durch tropische Vegetation im Daintree Rainforest ging es zum Cape Tribulation, und am Daintree River wurde uns schon klar, wohin wir uns fuhren: Ins Krokodil-Land, crocs country. Die gelb-roten Warnschilder sollten wir von nun an immer wieder an vielen Flüssen und Stränden sehen. Wann immer möglich haben wir unsere Zelte 50m und weiter vom Wasser entfernt aufgebaut. Und Flüsse vor einer Durchquerung mit dem Auto (um die beste Durchfahrt zu finden) nur dann durchwatet, wenn kein Warnschild aufgestellt war.

Hinter Cape Tribulation wurde die Straße endgültig zum Track, und ein 4WD ist ein Muss. Unser erstes Outdoor Camp Archer Point erreichten wir gegen Abend und merkten: Zeltaufbau und Abendessen inkl. Abwasch sollten noch vor Sonnenuntergang erfolgen. Dies hatten wir nicht bedacht und so kam es am ersten Abend im Dunkeln mit dem Zeltaufbau zu einiger Konfusion.

Das nächste Reiseziel, Cooktown, war eigentlich nur als Tankstopp und zur Ergänzung der Vorräte gedacht. Spontan entschieden wir uns jedoch, dort zu übernachten und einen Ausflug ins 120 km entfernte nördlich der Stadt am Meer liegende Cape Flattery zu machen.

Sternenhimmel über Bathurst Head

Die 250 km von Cooktown nach Bathurst Head waren eine Tagestour, da viele Straßen nur eine Geschwindigkeit von ca. 30 – 50 km zulassen. Endlich angekommen wurden wir mit einem grandiosen Sonnenuntergang über dem Meer belohnt. Und nachts mit einem Sternenhimmel, den es in dichter besiedelten Gebieten wegen der Lichtverschmutzung so nicht gibt.

Anderentags ging es auf schmalen Tracks durch das Schwemmland Richtung Weipa, den größten Teil der Strecke aber über Wellblechpisten (unsealed roads). Man kann sie durchaus durch geeignete Maßnahmen glätten: Zunächst wird die Piste durch einen Tanklastzug befeuchtet, dann wird der Boden durch eine Art riesigen Vertikutierer aufgelockert und zum Schluss mit Walzen platt gedrückt. Alles eine Frage der Kosten.

Kurz vor Weipa eine Verkehrsampel mitten auf einem Weg, auf dem wir über hunderte von Kilometern vielleicht 30 Autos begegnet sind, die Rot zeigte. Während wir warteten wurde uns sehr schnell klar warum: Das unsere Straße kreuzende Gelände – Straße konnte man das wegen seiner Breite schon nicht mehr nennen – ist ein Fahrweg für riesige Bergbaumaschinen zum Bauxitabbau.

Nach einer Nacht auf dem großzügigen, direkt am Wasser gelegenen, sauberen und ausgestatteten Weipa Camping Ground starteten wir Richtung Norden ans Meer zum Pennefather River. Das notwendige Permit wurde online gekauft, das Bushcamp 75 km nördlich von Weipa am Pennefather River auf einer Landzunge war schnell erreicht und wir hatten Zeit, unsere Drohne ausgiebig die Landschaft erkunden zu lassen.

Buschfeuer

Über die Peninsula Development Road mit ihrer Wellblechpiste ging es zwei Tage später wieder Richtung Osten. Bald erreichten wir die Ruinen des alten Batavia Goldfields. Offenbar hat man nach Ende des Goldrauschs alle Maschinen zurückgelassen, jedenfalls fand sich dort ein recht umfangreicher Park an verrosteten Gerätschaften. Gegen Abend fanden wir in der Nähe eines kleinen Flusses etwas abseits der Straße ein geeignetes Nachtlager.

So meinten wir. Denn in der Dämmerung zogen erst kleine Rauchwolken hinter den Bäumen vorbei, zudem roch es verbrannt. Nach einigen Minuten stand der Horizont in Flammen und es war klar, dass es sich hier um ein Buschfeuer handelte. Also alles wieder zusammengepackt und weitergefahren. Erst rund 40 km weiter übernachteten wir direkt an der Straße auf einem kleinen Parkplatz.

Die unkomfortable Übernachtung hatte den Vorteil, dass wir am nächsten Morgen sehr früh wach waren und der Weg bis Chili Beach nicht mehr weit. So konnten wir dort schon vor 14 Uhr unsere Campsite beziehen, das Grillfeuer unserer Vorgänger brannte noch. Chili Beach ist einer der schönsten Strände Australiens. Hohe Kokosnuss Palmen säumen einen langen weißen Sandstrand und es ist nicht so überlaufen wie Cape Tribulation. Vom häufig kritisierten kalten Wind nachts vom Meer und angeschwemmten Plastikresten am Strand blieben wir verschont.

Stau am Pascoe River

Gegenverkehr, wo man ihn nicht braucht

Einen Tag später ein erstes off-road Highlight, der Frenchmans Track. (52 km). Auf den ersten Kilometern recht moderat, ein sandiger enger Pfad, der allerdings sehr bald hinab in den Regenwald führt mit steinigem Untergrund. Die erforderliche Durchquerung des Pascoe Rivers ist wegen der steilen Ausfahrt auf großen Steinen und feuchtem Fels nicht ganz einfach. Und gerade als wir den Anstieg auf die Felsen beginnen wollten kam ein anderes Fahrzeug entgegen, so dass wir kurz vor der Flussausfahrt stoppen und den Gegenverkehr vorbeilassen mussten.

Die nächsten 60 km auf der Telegraph Road bis zur Bramwell Station war dann ein Kinderspiel: Sie ist zwar größtenteils ungeteert und in Teilen eine furchtbare Rüttelstrecke aber eben kein Track. Bramwell Station: Duschen, warmes Wasser, rasieren, eine Toilette, Klamotten waschen, „life is good“ Der einzige Ort der „Zivilisation“ weit und breit….

So viel zum zweiten Teil unserer Reise. Stay tuned for part 3 🙂

Cheers, Rüdiger

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