Voghjuyn Hajastan – Hallo Armenien

Armenien – ein unbekanntes Land

Flagge Armenien

Flagge Armenien

Von Armenien kannte ich vor unserem Besuch nur die Witze des (fiktiven) Radio Eriwan. Das war in den 70er Jahren. Sie waren immer nach dem gleichen Muster aufgebaut. Einer naiven Frage folgte eine Antwort. Die mit „Im Prinzip ja (oder nein)“ begann. Und danach einer Erklärung. Die Unzulänglichkeiten des Kommunismus kritisierte.

Ein Beispiel? Frage an Radio Eriwan: „Gibt es in der Sowjetunion eine Postüberwachung?“ Antwort: „Im Prinzip nein. Briefe mit antisowjetischen Inhalt werden jedoch nicht befördert.“ Oder: Frage an Radio Eriwan: „Stimmt es, dass in den USA jeder ein Auto hat?“ Antwort: „Im Prinzip ja. Aber bei uns hat dafür jeder einen Parkplatz.“

Warum diese Witze in Armenien spielten? Keine Ahnung. Vielleicht war das politische System damals im Kaukasus fernab von Moskau weniger autoritär.

Aber Armenien ist überall

Im armenischen Hochland

Im armenischen Hochland

Nur 3 Millionen Armenier leben in Armenien. Aber noch weitere 8 Millionen Armenier sind weltweit verstreut. André Agassi. Charles Aznavour. Rick Kavanian. Fernando Gasparian. Kirk Kerkorian. Cherilyn Sarkisian (Cher). Kim Kardashian. Garri Kasparow. Aram Chatschaturijan. Alles gebürtige Armenier.

„Wenn irgendwo auf der Welt zwei Armenier aufeinander treffen, dann gründen sie sofort ein neues Armenien“. Sagte William Saroyan, US-amerikanischer Schriftsteller armenischer Herkunft.

Wo liegt eigentlich Armenien?

Unsere Route durch Armenien

Obwohl Armenien gar nicht so groß ist sind wir am Ende doch 1.180 km durch das Land gefahren

Zwischen Georgien im Norden, Aserbaidschan und Bergkarabach im Osten, dem Iran im Süden und der Türkei im Westen. Im Südwesten grenzt noch die aserbaidschanische Exklave Nachitschewan an Armenien. Die nur über den Iran zu erreichen ist. Dazu gibt es auch innerhalb Armeniens noch drei kleine aserbaidschanische Exklaven. Um die Orte Yuxari und Barxudarli im Nordosten und Karki im Südwesten.

Und mit dem Auto ist Armenien nur von Georgien und dem Iran zu erreichen. Die Grenzen nach Aserbaidschan und zur Türkei sind wegen des Bergkarabach Konflikts geschlossen.

Hochland Armenien

Viele Flächen sind nur schwer nutzbar

Armenien ist das kleinste und ärmste Land im Kaukasus. Und 90% der Fläche liegen über 1.000 m hoch. Meistens sogar höher als 1.800 m. Viele Gebiete durch die wir gefahren sind, waren daher auch steinig und kahl. Und nur schwer landwirtschaftlich nutzbar.

Schwer ist für Touristen mit Sicherheit die Sprache. Die altarmenische Schrift ist für Fremde absolut unlesbar. Sie hat 39 Buchstaben und wurde von einem Mönch im 5. Jahrhundert erfunden. Gesprochen wird offiziell Ostarmenisch. Daneben gibt es aber auch noch Westarmenisch.

Armenische Schrift

Und für Fremde ist die Schrift schwierig

Doch jüngere Leute verstehen zumeist auch etwas Englisch. Allerdings hatten wir in Armenien tatsächlich weniger Kontakt mit Menschen als in Georgien. Dafür sind die meisten Schilder zweisprachig (armenisch/englisch). Und so war die Orientierung letztlich kein Problem.

An der Grenze bei Bagratashen waren die Formalitäten schnell erledigt. Autoversicherung, Straßen-und Ökosteuer. Dazu der Kauf einer SIM-Karte in einem Supermarkt. Und Bargeld aus einem Automaten. Die Währung heißt nun Dram und Luma. Wobei man für 1 Euro etwa 570 Dram bekam. Das alles war nach den vielen anderen Grenzen für mich aber nun schon Routine.

Eriwan – die Hauptstadt

Manchmal findet man auch die Schreibweise Jerewan. Angeblich sind beide in Ordnung. In Armeniens Hauptstadt lebt ein Drittel aller Armenier, also ca. eine Million Menschen.

Hinweisschilder in Eriwan

In der City findet man sich gut zurecht

Trotzdem macht die Stadt nicht einen so gigantischen Eindruck. Jedenfalls nicht im Zentrum. Das kann man gut zu Fuß erkunden. Daher sind wir am Vormittag mal kreuz und quer durch die Innenstadt gelaufen. In einer der ältesten Städte der Welt. Seit 782 v. Chr. gibt es die Stadt. Unter persischer, griechischer, römischer, osmanischer und russischer Herrschaft.

Hochhaus in Eriwan, Armenien

Außergewöhnliches Design

Es gibt einige moderne Viertel. Zum Beispiel an der Northern Avenue. Mit Geschäften, Restaurants und Bars. Für die alte Häuser komplett abgerissen wurden. In der Nähe stehen dann wieder halb verfallene Viertel aus der Zeit vor 1945. Hier wird teilweise mit einer Modernisierung gerade erst begonnen. Und es gibt natürlich viele Bauten aus der Sowjetzeit.

Wie schon in Tbilissi wollten wir auch in Eriwan nur einen Tag bleiben. Und uns danach lieber im Land umsehen. So mussten wir unseren Spaziergang durch die Innenstadt auf ein paar Highlights beschränken.

Der Platz der Republik und der Freiheitsplatz
Historisches Museum Eriwan, Armenien

Historisches Museum am Platz der Republik

Im Stadtzentrum Eriwans, dem Stadtteil Kentron, liegen zwei große Plätze. Der eine ist der Platz der Republik.

Mit ziemlich viel Verkehr, verschiedenen Regierungsgebäuden und Museen.

 

Armenische Oper Eriwan

Und die Armenische Oper am Freiheitsplatz

Einen Kilometer entfernt liegt der Freiheitsplatz mit der Oper. Beide sind durch eine Fußgängerzone verbunden.

Den Freiheitsplatz finde ich etwas hübscher als der Platz der Republik. Denn hier gibt es statt Verkehr einen kleinen Stadtpark und einen See.

Die Kaskade
Kaskade in Eriwan, Armenien

An der Kaskade…

Läuft man vom Freiheitsplatz weiter Richtung Norden, kommt man an eine riesige Treppe aus Kalkstein. Die Kaskade.

Sie wurde 1971 erbaut und sollte das Wohnviertel oben mit dem Zentrum unten verbinden. Heute ist sie vor allem Touristenattraktion.

Kaskade in Eriwan, Armenien

…gibt’s viel…

Bevor man zu der Treppe kommt geht es durch eine Allee. Und erst mal an einer Statue vorbei.

Zunächst dachte ich, die ist von einem armenischen Heiligen. Ist sie aber nicht. Sondern es ist der  Architekt Alexander Tamanjan.

Der hatte Anfang des 20. Jahrhunderts das Stadtbild von Eriwan maßgeblich beeinflusst. Und schon in den 30er Jahren die Kaskade entworfen.

Entlang der Fußgängerzone sind viele Restaurants, Cafés und Weinbars. Und es gibt hier Grünanlagen, Skulpturen und Kunstwerke. Irgendwie scheint dieses Viertel das kulturellen Zentrums der Stadt zu sein.

Kaskade in Eriwan, Armenien

…zu entdecken

Die Treppe hat 572 Stufen. Aber man kann ja zwischendurch Pause machen. Und mal einen Blick in die Gebäude entlang der Treppe werfen.

Eigentlich sollte hier das erste Museum für zeitgenössische Kunst im Kaukasus entstehen. Doch auch hier ist das Geld für Kunst knapp. Daher ist noch nicht so richtig viel ausgestellt.

Blick von der Kaskade in Eriwan auf die Oper und die Stadt

Und von oben einen tollen Blick auf die Stadt

Irgendwann waren wir dann oben auf der Plattform. Mit einem tollen Blick über Eriwan wird man für die Mühe des Aufstiegs belohnt.

Bei guter Sicht kann man sogar den Berg Ararat sehen. Doch das Glück hatten wir nicht. Denn es war eher diesig.

Hinter der Plattform ist eine Baustelle. Was dort mal entstehen soll blieb unklar. Wir haben nur in Erfahrung bringen können, dass diese Baustelle eigentlich schon immer da war…

Mutter Armenien im Siegespark

Auf dem Hügel neben der Kaskade ist der Siegespark mit Militärmuseum und einer Statue. Zur Erinnerung an den 2. Weltkrieg und den Bergkarabach Konflikt. Bis 1962 hat wohl noch Stalin auf dem Sockel gestanden. Seitdem wacht Mutter Armenien über Eriwan.

Mutter Armenien Statue im Siegespark Eriwan, Armenien

Mutter Armenien Statue

Eigentlich wäre ein Verbindungsweg von den Kaskaden zum Siegespark ja ganz praktisch gewesen. Weil man ja schon mal auf der Höhe war.

Aber leider gibt es keine direkte Verbindung. Wir hätten also erst wieder runter gemusst. Um dann ein paar Straßen weiter wieder 3 km hochzulaufen.

Das haben wir uns erspart. Und Mutter Armenien nur aus der Ferne fotografiert. Irgendwie fanden wir sie auch nicht so wirklich attraktiv.

Zizernakaberd
Zizernakaberd Eriwan, Armenien

Gedenkstätte für die armenischen Opfer des Völkermordes 1915

Am Nachmittag sind wir noch zum Hügel Zizernakaberd (Schwalbennest) gefahren. Der liegt im Nordwesten etwas außerhalb der Innenstadt. Hier steht die gleichnamige Gedenkstätte für die Opfer des Völkermordes an den Armeniern 1915.

Sicher ist Vergangenheit nicht ungeschehen zu machen. Allerdings sollte man daraus lernen.

Doch dazu muss sich auch die Türkei ihrer Verantwortung stellen. Erst dann kann der Konflikt um Bergkarabach dauerhaft beigelegt werden.

Zwei Klöster und viel Landschaft

Kloster Geghard, Armenien

Das Kloster Geghard…

Am nächsten Morgen starteten wir zu unserer Tour durch Armenien. Dabei kommt man aber an etwas Kultur nicht vorbei. Schon 301 wurde das Christentum in Armenien zur Staatsreligion erhoben. Und die Armenische-Apostolische-Kirche spielt eine zentrale Rolle für die armenische Identität. Entsprechend viele Kirchen und Klöster sind im Land verteilt.

Kloster Geghard
Kloster Geghard, Armenien

…wurde teilweise in den Felsen gehauen

Nur 40 km von Eriwan entfernt liegt das Felsenkloster Geghard. Höhlen und Räume wurden bei einer Quelle in den Felsen gehauen. Und sind mit Holz- und Steinornamenten verziert.

Es wurde schon im 4. Jahrhundert gegründet. Ein wichtiger Wallfahrtsorte in Armenien. Seit 2000 ist es auch UNESCO Weltkulturerbe.

Kloster Chor Wirap
Chor Wirap, Armenien

Kloster Chor Wirap

Nur 60 Kilometer weiter westlich vom Kloster Geghard liegt ein anderer bedeutender Ort für die Armenier. Das Kloster Chor Wirap. Direkt an der Grenze zur Türkei. Und nur 30 km von der iranischen Grenze entfernt. Dieser Ort ist gleich aus mehreren Gründen für die Menschen wichtig.

Zum einen war hier die alte armenische Hauptstadt Artaxata. So etwa 200 v. Chr. bis 450 n. Chr. Zum anderen wurde hier der Kirchengründer der Armenischen Kirche 13 Jahre eingesperrt. Und schließlich steht das Kloster unterhalb des Berges Ararat.

Ararat Berg

Leider verschwinden der Große und der Kleine Ararat fast im Dunst. Im Vordergrund die Grenze zur Türkei

Der Berg Ararat ist für die Armenier Nationalheiligtum. Und Teil des armenischen Wappens. In jeder Amtsstube, jedem Wohnzimmer und jedem Hotel hängt ein Bild von dem 5.100m hohen Vulkan.

Früher war der armenisch. Heute können die Armenier ihrem Berg nirgendwo näher sein als am Kloster Chor Wirap.

Altes Ägypten, Pharaonen, Pyramiden? Da lachen die Armenier nur. Das sind Spinnereien aus ferner Zukunft und Science Fiction. Denn ihre Geschichte beginnt mit Noah und seiner Arche. Und ihrer Landung am Berg Ararat.

Wie bereits in Eriwan hatten wir aber auch am Kloster Chor Wirap leider kein Glück. Der Berg Ararat war im Dunst nur schemenhaft zu erkennen.

In Chor Wirap, Armenien

Bei Chor Wirap

Übrigens hat sich die Türkei schon zu Sowjetzeiten beschwert, dass die Armenische SSR den ‚türkischen‘ Berg Ararat im Wappen führt.

Worauf der sowjetische Außenminister cool konterte, dass  die Türkei auch ein Stück Mond in ihrer Flagge hat. Obwohl weder der Mond noch ein Teil davon zur Türkei gehören.

In’s Landesinnere
Armenien

Im Landesinneren von Armenien

Nach der Kultur ging es weiter in’s Landesinnere. Über eine gut ausgebaute Fernstraße fuhren wir Richtung Südosten. Die Fernstraßen waren durchweg gut. Und die Fahrweise der Armenier war deutlich defensiver als die der Georgier. Aber es gab auch in Armenien viel weniger Autos als in Georgien.

Armenien

Eine grüne Oase im Gebirge

Bald kamen wir in eine recht kahle Landschaft. Wo wir unbedingt mal die Drohne starten mussten. Nur an Flüssen oder durch künstliche Bewässerung scheint es hier möglich, Obst oder Gemüse anzubauen. Nach einer halben Stunde war die Batterie der Drohne leer und wir machten uns wieder auf den Weg.

Vorontan Pass Armenien

Inka Tore am Vorotan Pass?

Bevor es dann in etwas grünere Landschaft hinunterging kamen wir noch über den 2.300m hohen Vorotan Pass. Für ein Foto von dem merkwürdigen Tor auf dem Pass hielten wir kurz. Leider parkten verschiedene LKW davor, die das Bild etwas stören. Für die Fahrer dürfte diese Strecke nicht so einfach sein. Denn sie ist ziemlich steil. Und im Winter vermutlich verschneit.

Tagesziel: Das Spandarian Reservoir
Zelten in Armenien

Unser Zelt haben wir…

Mein Sohn wollte gerne wieder campen. Und so entschieden wir uns für eine Wiese an einem Stausee. Und hofften, dass uns hier niemand wegschickt. Allerdings war unsere Sorge unbegründet. Es ließ sich niemand blicken. Am Abend gab’s dann noch etwas Warmes vom Campingkocher.

Die Nacht war aber leider nicht so ungestört, wie erhofft. Je später es wurde, umso mehr bewölkte es sich. Und das endete schließlich in einem ziemlich heftigen Gewitter gegen Mitternacht.

Zelten in Armenien

…am Spandarian Reservoir aufgebaut

Wir lagen in unseren Schlafsäcken zwar im Vorzelt des Landcruisers. Aber auf der großen freien Fläche wollten wir bei diesem Gewitter nicht draußen bleiben. So verzogen wir uns für etwa 2 Stunden ins Auto. Schlafen konnten wir dort jedoch nicht. Weil der Wagen ja mit dem ganzen Camping-Equipment aus Australien voll war. Erst als es dann nur noch regnete krochen wir wieder in die Schlafsäcke.

Spandarian Reservoir, Armenien

Und nach dem Gewitter in der Nacht…

Am nächsten Morgen schien die Sonne wieder. Aber wir brauchten doch einige Zeit, bis Zeltplanen, Decken und Schlafsäcke trocken waren.

Denn feucht wollte ich sie nicht im Auto verstauen. Weil ich nicht wusste, wann wir wieder Gelegenheit hatten, sie zu trocknen.

Spandarian Reservoir, Armenien

…schien am nächsten Morgen auch wieder die Sonne

Diese Zeit nutzte mein Sohn für ein paar hübsche Drohnenaufnahmen von unserem Zeltplatz, dem Stausee und den umliegenden Bergen.

Davon gibt’s auch noch ein paar hübsche Aufnahmen unten im Video.

 

Ein Tag im Süden von Armenien

Zum Kloster Tatew, Armenien

Wir hatten uns…

Im Süden Armeniens liegt das Kloster Tatew. 50 km von der Grenze zum Iran entfernt. Und 10 km von der Grenze nach Bergkarabach.

Kloster Tatew, Armenien

…für die Seilbahnfahrt…

Eigentlich sind wir da nicht wegen des Klosters hingefahren. Denn wir hatten ja schon zwei gesehen. Aber es liegt mitten im Gebirge. Mit einer lohnenswerten Route dorthin.

Kloster Tatew, Armenien

…zum Kloster Tatew…

Und die letzten 5,7 km geht es dann mit einer Seilbahn hoch zum Kloster. Der längsten der Welt mit einem durchgehenden Tragseil. In 11 Minuten über eine ziemlich tiefe Schlucht. Und diese Seilbahnfahrt wollten wir uns nicht entgehen lassen.

Kloster Tatew, Armenien

…entschieden

Tatew selbst liegt auf einem Berg mit steil abfallenden Felsen zur Schlucht.

Im Mittelalter war hier neben dem Klosterbetrieb auch eine Universität. Insofern ist es auch ein wichtiges Kultur- und Architekturdenkmal in Armenien.

 Zurück in den Norden

Armenien

Zurück nach Norden

In einem der umliegenden kleinen Dörfer übernachten wollten wir nicht. Sondern lieber bis zum Sewansee zurückfahren. Der liegt in Nord-Südrichtung etwa in der Mitte Armeniens. An der östlichen Grenze zu Aserbaidschan.

Einen Großteil der Strecke mussten wir dazu denselben Weg fahren, auf dem wir gekommen waren. Einmal versuchten wir, auf eine kleinere Straße abzubiegen. Um vielleicht noch etwas Neues zu entdecken.

Aber dort wurde uns von Armeniern bedeutet, dass wir hier nicht langfahren könnten. Wir haben zwar nicht verstanden warum. Ich vermute jedoch, wir wären sonst zu nah an die Grenze von Bergkarabach gekommen.

Trotzdem gab es aber auch auf unserer Route noch einen lohnenswerten Stop.

Vardenyats Pass
Vardenyats Pass, Armenien

Der Vardenyats Pass von oben

Denn etwa auf halber Strecke kamen wir über den 2.400m hohen Vardenyats Pass. Auch Selim Pass genannt.

Den auch schon vor Hunderten von Jahren die Karawanen auf ihren Wegen zwischen Asien und Europa genommen haben.

Für uns gab es hier heute wieder mal die Möglichkeit für nette Drohnenaufnahmen.

Vardenyats Pass, Armenien

Wie das hier wohl…

Vardenyats Pass, Armenien

…im Winter aussieht?

 

Und Orbelian Karawanserei

Kurz hinter dem Pass steht die Orbelian (oder Selim) Karawanserei. Aus dem 14. Jahrhundert. Als Rast- und Übernachtungsstätte für die Reisenden und ihre Tiere auf ihrem Weg aus dem oder in das Gebirge.

Orbelian Karawanserei

Orbelian Karawanserei

Orbelian Karawanserei

Ich denk‘ mal, früher war nicht alles besser

 

Gewitter am Sewansee

Bei Gewitter, Regen und…

Gegen Abend wurde es plötzlich ziemlich schwarz am Himmel.

Am Ufer des Sewansees vor uns bildeten sich zwei große Gewitter nebeneinander.

…Hagel mussten wir erst mal anhalten

Dazu fing es an zu hageln. Und zwar so, dass wir schließlich erst mal anhalten mussten.

Nach 20 Minuten regnete es dann aber nur noch. Und wir konnten zu unserer Unterkunft weiterfahren.

Am Sewansee

Sewansee, Armenien

Der Sewansee ist umgeben…

Am nächsten Tag ging es zum Sewansee. Der ist 78 km lang und an der breitesten Stelle 56 km breit. Der größte Süßwassersee Armeniens und des Kaukasus. Und überhaupt wohl der zweithöchste der Welt.

Sewansee, Armenien

…von den Bergen des Kleinen Kaukasus

Mein Sohn wollte gerne ein Mal darum herumfahren. Aber zum einen war das Wetter nicht so richtig sonnig. Und zum anderen bot die Strecke auch keine richtigen Highlights. So fuhren wir an der östlichen Seite nur etwa bis zur Mitte des Sees. Und machten dort ein paar Drohnenaufnahmen vom See und den Bergen.

Restaurant ArmenienAm Abend dieses Tages gingen wir noch in ein kleines armenisches Restaurant unweit unseres Hotels. Auf das berühmte Khash (Brühe mit Kuhfüßen) haben wir dort zwar verzichtet. Und stattdessen Tolma bestellt. Das ist gewürztes Hackfleisch, eingewickelt in Weinblätter. Mit einer Knoblauchsauce. Dazu gab es an diesem Abend hier sogar Livemusik.

Zurück nach Georgien

Armenien

Sieht doch aus wie eine Modelleisenbahn

Unser letzter Tag in Armenien war angebrochen. Und es ging wieder Richtung georgischer Grenze. Hier war die Abfertigung wie schon auf dem Hinweg sehr zügig.

So hatten wir am Nachmittag noch ein bisschen Zeit, die Drohne mal beim Fahren in Georgien auszuprobieren. Auf einer Nebenstraße inmitten von Wiesen und Weiden. Während ich fuhr steuerte mein Sohn sie auf dem Beifahrersitz.

Georgien

Gar nicht so einfach, die Drohne beim Fahren aus dem Auto zu steuern

Das Ganze funktioniert aber nur dann, wenn man freie Sicht auf die Drohne hat. Ohne Baumkronen oder Tunnel. So fuhren wir mitten durch eine Rinderherde, die rechts und links der kleinen Straße graste. Und waren bald darauf wieder zurück in der georgischen Hauptstadt.

Das war übrigens das letzte Mal auf der Reise, dass die Drohne gestartet ist. Später am Schwarzen Meer und in Europa war es einfach zu voll, um sie nochmal zu fliegen.

Dinner in Georgien

Abends gönnten wir uns noch ein georgisches Dinner. Und mein Sohn kaufte eine Flasche georgischen Wein als Mitbringsel für zu Hause.

Am nächsten Tag brachte ich ihn dann zum Flughafen. Er musste nach Deutschland zurück.

 

Airport Tbilisi, Georgia

Have a safe trip home!

Und ich war wieder alleine. Vor mir lag der letzte Teil meines Roadtrips von Australien nach Deutschland mit dem Auto.

Die Fahrt von Tbilissi nach Batumi am Schwarzen Meer. Und von dort aus nach Europa.

Noch ein Erlebnis zum Schluss

Ich weiß nicht mehr genau wo es in Armenien war. Und leider gibt es auch keine Bilder davon. Weil wir die Dashcam nicht angeschaltet hatten.

Mit dem Auto durch Armenien

Tschüss Armenien

Wir fuhren durch ein kleines Dorf. Da liefen uns von einer nicht einsehbaren abschüssigen Seitenstraße plötzlich zwei Kühe in vollem Galopp vor den Landcruiser. Zehn Zentimeter vor den Tieren stand der Wagen. Mein Sohn fuhr und hat perfekt reagiert. Die Kühe schauten etwas dumm. Und wir auch. Denn ein Aufprall hätte vermutlich Rindergulasch und Blechschaden bedeutet 😉

Hier nun unser Dashcam- und Drohnen-Video von Armenien (3m 15s, 585 MB. Musik: Let’s Do It – Topher Mohr and Alex Elena).

  • Kloster Geghard
  • Nahe Chor Wirap
  • Zum/am Spandarian Reservoir
  • Vardenyats Pass
  • Gewitter am Sewansee
  • Zur georgischen Grenze
  • Nebenstraße in Georgien
  • Tbilissi

Und wie versprochen jetzt auch mein YouTube Video 2019 vom Kaukasus. Über unsere Erlebnisse in Aserbaidschan, Georgien und Armenien (14m 53s).

Wie es dann in Georgien für mich weiterging nachdem mein Sohn abgereist war, das erzähle ich euch im nächsten Post.

Cheers, Rüdiger 😎

 

2 Kommentare zu “Voghjuyn Hajastan – Hallo Armenien

  1. … wie gut, dass Du nochmal in dieser Gegend sein konntest !

    • Da hast du Recht. Und ich denke, der Konflikt wird noch lange nicht vorbei sein. Wie soll das gehen, wenn Armenien jetzt keinen Zugang mehr zu seinem Gebiet in Bergkarabach haben soll? Aber Aserbaidschan einen Korridor zu seiner Exklave Nachitschewan durch Armenien bekommt.

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